Jugendliche Flüchtlinge wohnen derzeit im Heim - Vorerst dürfen fünf zu Gastfamilien
Alles andere als ein Kinderspiel

Alles ging hopplahopp: Quasi über ein verlängertes Wochenende musste das Jugendamt der Stadt im Auftrag der Regierung für die Inobhutnahme 15 unbegleiteter Flüchtlingskinder sorgen. Sogar ein Not-Dienstplan für die Beschäftigten des sozialen Dienstes des Jugendamtes war dafür nötig. Das ist nun gut zwei Wochen her. Seitdem ist Weiden die neue Heimat für die 13- bis 17-jährigen Jungen, die allein aus Afghanistan nach Deutschland geflohen sind. Und es hat sich einiges getan.

Untergebracht werden sollten die 15 Jugendlichen in Wohnungen der Stadtbau. Dann kam alles anders. Nach nur einer Woche in der Notunterkunft, in der 23 Stunden am Tag Jugendsozialarbeiter an Schulen, Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes und der koordinieren Kinderschutzstelle einkauften, organisierten, beschäftigten und begleiteten, zogen die Flüchtlingskinder ins heilpädagogischen Heim. Das berichtet Rechtsdezernent Hermann Hubmann.

Stadt erwartet mehr Zulauf

Damit ist der Not-Dienstplan der Mannschaft des Jugendamtes vorläufig obsolet. Und: Womöglich ziehen einige bald wieder um. "Denn nach einem Aufruf des Jugendamtes hat sich eine ganze Reihe von Gastfamilien gemeldet", sagt Hubmann. Auch viele aus dem Landkreis. Nur können die Familien dort laut Hubmann nicht berücksichtigt werden. Was unterm Strich bleibt? "Wir konnten immerhin fünf Familien herausfiltern."

Weitere Gastfamilien im Stadtgebiet, die sich für einige Wochen oder - falls die Chemie stimmt - auch länger um die Flüchtlingskinder kümmern, werden aber gesucht. Interessierte melden sich beim Pflegekinderdienst der Stadt unter den Nummern 0961/81-5121 oder 0961/81-5122. Genauso herrsche weiter Bedarf an ehrenamtlichen Helfern über die bislang Tätigen (siehe Hintergrund) hinaus.

Noch bis Freitag können sich sozial ausgebildete Fachkräfte jeder Art bei der Stadt bewerben. Sie sollen für die Betreuung der bereits in Weiden untergebrachten Flüchtlingskinder und für mögliche weitere Neuankömmlinge eingestellt werden. "Denn bald könnten wieder Flüchtlingskinder kommen", sagt Hubmann. Weiß er etwas Konkretes? "Das nicht", meint Hubmann. "Aber es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass die Regierung ihre Vergabepraxis geändert hat." Was der Rechtsdezernent damit sagen will? Vermutlich, dass es zugehen könnte wie zuletzt: Hopplahopp kommen sie wieder, die Flüchtlingskinder.
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