Jung bleiben im Alter

Nicht nur beim "Pirka", einem Stück der Pirker Landmusi, spielt Josef Troidl mit seinen Damen von der Volksmusikgruppe flott auf. Normalerweise wird er übrigens von fünf Frauen musikalisch begleitet, doch eine Zitherspielerin war beim Fototermin krank. Bild: Hartl

Vier Frauen, ein Mann, fünf Instrumente und die schwungvollen Töne vom "Pirka". Flott geht's zu im Maria-Seltmann-Haus. Und das nicht nur wenn die Volksmusikgruppe unter Leitung von Josef Troidl aufspielt. "Unsere Senioren sind sehr aufgeschlossen für Modernes", weiß Susanne Meichner.

Weiden. (ps) Festgestellt hat sie das unter anderem bei der ersten Kunstfahrt. "Vor einem Jahr haben wir mal als Versuch einen Besuch im Münchner Lenbachhaus angeboten. Das war ein durchschlagender Erfolg." Das Buchheim-Museum und die Neue Pinakothek wurden seitdem angesteuert und bestens angenommen. "Ich bin begeistert, wie engagiert unsere Teilnehmer da über Kunst diskutieren."

Neben einer Fahrt in die Pinakothek der Moderne findet sich deshalb ein Kunstdialog im neuen Programm des Maria-Seltmann-Hauses: In monatlichen Vorträgen wird Kunsthistoriker Josef Greiner den Senioren hier Epoche, Stilrichtung und das Leben verschiedener Künstler nahebringen. Auftakt ist am Mittwoch, 4. März, mit Dürer, Jawlensky, Corinth und Picasso.

Verunsicherte Besucher

Apropos Programm: Was das betrifft, hat die Leiterin des Seltmann-Hauses einige Verunsicherung bei ihren Besuchern festgestellt. "Wir erhalten täglich Anrufe, in denen die Leute fragen, welcher Kurs läuft denn jetzt bei Euch?" Auslöser ist die seit Jahresbeginn erfolgte Trennung von der Volkshochschule Weiden, mit der das Seniorenprogramm früher gemeinsam angeboten wurde. Mit ihren neuen Räumlichkeiten organisiert die VHS die Seniorenkurse jetzt in Eigenregie.

"Aber auch wir halten am bewährten Programm fest", versichert Susanne Meichner. "Wir hoffen, dass das Angebot parallel nebeneinander gut bestehen kann." In erster Linie sei das Maria-Seltmann-Haus natürlich eine Begegnungsstätte für Senioren. Neben der Begegnung spiele aber auch die Bildung eine wichtige Rolle. "Der Bedarf ist da. Das zeigen unsere Anmeldezahlen."

Familiäre Atmosphäre

Auf die besondere familiäre Atmosphäre im Maria-Seltmann-Haus weist Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder hin, der seinen Sitz in der Einrichtung hat. Die eingangs genannte Volksmusikgruppe von Josef Troidl ist übrigens eine der langjährigsten Gruppen im Haus. Daneben gibt es natürlich immer wieder neue Angebote im Programm.

Dazu zählen diesmal zwei Ausstellungen: über 200 Jahre Porzellangeschichte im Herzen Europas informiert die Wanderausstellung "Porzellanstraße international" , die vom 19. Januar bis 13. Februar im Maria-Seltmann-Haus zu sehen ist. Von 2. bis 20. März zeigt der Neustädter Künstler Ernst Umann dann seine Ausstellung "Die sieben Todsünden" , wobei er seine Werke mit philosophischen Texten garniert hat.

Seit einem Jahr hat Susanne Meichner ältere Autofahrer als neue Zielgruppe entdeckt. "Das seniorenpolitische Gesamtkonzept hat gezeigt, dass fast 40 Prozent der 80-Jährigen und Älteren noch Auto fahren. Dabei sind sich viele unsicher, ob bei ihnen noch alles im grünen Bereich ist." Ein Fahrkompetenztest in Zusammenarbeit mit dem Landesverband bayerischer Fahrlehrer bietet hier eine objektive Rückmeldung. In weiteren Seminaren können Senioren ihr Verkehrswissen auffrischen.

Die höchsten Teilnehmerzahlen verzeichnet das Seltmann-Haus im Bereich Gesundheit und Bewegung . Der Stellenwert der Bewegung im Alter wird immer höher. Dabei gilt, so Meichner: "Es ist nie zu spät, anzufangen. Unsere Kursleiter sind außerdem so ausgebildet, dass sie auch mit multiplen Erkrankungen der Teilnehmer zurecht kommen." Orientalischer Tanz und Line Dance sind neu im Angebot.

Bei den Sprachen ist Englisch 1 neu im Programm. Susanne Meichner: "Dieser Kurs ist wirklich für Anfänger ohne jegliche Vorkenntnisse."

In der Vortragsreihe "Alt werden und dann?" - organisiert von Seniorenbeauftragtem Alfons Heidingsfelder - steht am Montag, 19. Januar, ein aktuelles Thema an: Polizeioberkommissar Wilhelm Fritz gibt unter dem Motto "Risiken lauern überall " Tipps, wie man sich vor Taschendieben schützen kann.

Die Studienfahrt von Rainer Christoph nach Eger und Franzensbad - Titel: Böhmische Kaffeehausgeschichten - ist so gefragt, dass mittlerweile schon 80 Personen auf der Warteliste stehen, berichtet Susanne Meichner. Deshalb werde es mindestens noch eine weitere Fahrt geben, vielleicht sogar noch mehr.
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