Junge Bühne glänzt bei Premiere mit diversen Sketchen
Produktionsstress in der Legebatterie

Wenn Hühner träumen, dann von einem Gockel, der unlängst im "Playhuhnheft" des Verlages Bofrost war: Ganz nackig und braun! "Positiv" hieß das Programm der Jungen Bühne Freudenberg - und das war dann ausnahmslos die Resonanz des Publikums. Bild: kge
Freudenberg. (kge) Ein aufwendiges Bühnenbild hatten sie nicht nötig! Die Darsteller der Jungen Bühne Freudenberg ließen durch großes pantomimisches Geschick am Freitag im Wutschdorfer Pfarrsaal in ihrer Premiere unter anderem Szenen aus einem Kaufhauslift, einer Legebatterie, einer Fahrstunde oder auch einem Passbildautomaten entstehen. Dazu dienten lediglich ein paar Sitzgelegenheiten und kleine Requisiten.

Als Rahmenhandlung und Überleitung zu den einzelnen Sketchen unterhielten sich - die in den Terroristen Rodriguez unglücklich verliebte - Susi und ihr Therapeut. Sein permanentes "Aha" war klar aus den Känguru-Chroniken von Mark-Uwe Kling geklaut, aber das machte nichts. Denn die anderen vielen, lustigen Dialoge haben sich die jungen Schauspieler unter der Regie von Michael Vogt sicherlich selbst erarbeitet. Dieser brillierte in seinem Auftritt als Kunde in der Fotokabine. Wer schon einmal an der Sprachsteuerung eines Navigationsgerätes verzweifelt ist, wusste, was er litt. Und als Vater von Andi, dem er klar befahl die Schwimmflügel endlich auszuziehen - er sei doch schon 21 Jahre alt. Doch als dieser imaginär unterging, konnte er ihm als Nichtschwimmer selbst nicht helfen. Hintergründig und auch gesellschaftskritisch waren die Gags manchmal. "Ich reiß mir doch wegen fünf Cent nicht den Arsch auf", seufzte das Käfighuhn, als seine Kolleginnen ihm vorhielten, nur Güteklasse B zu produzieren. Oder die Lautsprecherdurchsagen während der "Fahrstuhl des Grauens" steckenblieb. Da wurden die Eltern eines kleinen Jungen im Kaufhaus ausgerufen, der zunächst aus der Spielzeug-, dann der Spirituosenabteilung und schließlich aus dem Krankenhaus mit Alkoholvergiftung abgeholt werden wollte.

Wer kennt noch Rudi Carrell als Moderator von Herzblatt? Das war Ende der 1980er-Jahre und ein Beitrag der Oldies der Freudenberger Bauernbühne. Diese unterstützten die jungen Künstler auch im musikalischen zweiten Akt: "Schaut auf die Mädels vorne. Wir drei alten Deppen sitzen hier als Ballast, damit die Bühne nicht wegkippt."
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