Junge Union fordert europaweiten Einsatz für Flüchtlinge
Staaten müssen an einem Strang ziehen

CSU-Chef Stephan Gollwitzer (links) sprach bei der JU zur Flüchtlingsproblematik. Neben ihm (sitzend) JU-Vorsitzende Maria Sponsel. Bild: R. Kreuzer
Viele Bürger haben Sorgen und Ängste, wenn es um die Asylpolitik geht. Deshalb diskutierte die Junge Union das aktuelle Thema beim Stammtisch im "Salute" in Rothenstadt. Im Mittelpunkt standen immer wieder die vielen Ehrenamtlichen, die sich mit großem Einsatz um die Flüchtlinge kümmern.

Sorgen wurden laut, dass die große Zahl der Flüchtlinge den sozialen Frieden bedroht. Zumindest die Verunsicherung steigt. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass die ehrenamtlichen Helfer am Limit arbeiteten. Dazu die JU-Vorsitzende Maria Sponsel: "Man kann auch keinen 100 Meter-Sprint auf längere Zeit durchhalten." Sorge bereitet der JU, wie lange die Behörden noch alles stemmen können. Viele Kommunen und Landkreise seien bereits an der Belastungsgrenze angelangt, zumal der Winter bevorsteht.

Es regte sich die Meinung, endlich eine Höchstgrenze bekannt zu geben. Wie viele Menschen können aufgenommen und vor allem integriert werden? Derzeit werde von 800 000 Asylsuchenden gesprochen, doch sei dies sicher noch nicht das Ende. Man müsse gar von einer Million Menschen ausgehen. "Wir sind nicht am Ende unseres Wollens, jedoch am Ende der Kräfte und wir haben die Sorge, dass bei den Menschen in der Bevölkerung die noch positive Stimmung gänzlich ins Negative umschlagen könnte", meinte die JU-Vorsitzende.

Briefe an Merkel

In seinem Kurzreferat sagte CSU-Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer: "Ich sehe auch, wie emotional dieses Problem geführt wird." Klar sollte dabei immer sein, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Doch es stellten sich Fragen wie: "Warum wird das Schengener Abkommen und Dublin III nicht eingehalten?"

Und weil die vielen helfenden Menschen nicht mehr können, werde die Willkommenskultur immer mehr schwinden. Schwierig sei auch die Integration der Menschen. "Selbst die jetzigen Sprachprobleme können nur schwer bewältigt werden. Diese Angst manifestiert sich auch in abertausenden Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel". Es komme viel Kritik, dass sie bei vielen Asylsuchenden große Hoffnungen geweckt habe. So sei die Zufriedenheit der Befragten mit Merkels Arbeit auf den niedrigsten Wert seit 2011. CSU-Chef Horst Seehofer, dem die Opposition zuweilen Populismus in der Krise vorwirft, habe dagegen seit langem einen sehr guten Wert.

Militärische Hilfe gefordert

Gollwitzer forderte, dass europaweit der gleichen Standard in der Behandlung der Flüchtlinge was Kleidung, Unterkunft, Essen und Leistungen des Staates angeht, angewandt werden müsse. Alle Länder müssten an einem Strang ziehen. "Wo sind Nato und Vereinte Nationen, die doch sonst bei humanitären Katastrophen Hilfe leisten, warum hier nicht?" Auch müssten die Staaten der arabischen Liga in die Verpflichtung genommen werden, damit diese bedrohten Partner des Bündnisses helfen und diese unterstützen. Dazu sollte stärker gegen den IS und gegen den unmenschlichen Bürgerkrieg in Syrien vorgegangen werden. Der CSU-Chef forderte mehr militärische Unterstützung, damit die Menschen nicht mehr gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen. "Unsere Kräfte sind nicht unendlich", sagte Gollwitzer.
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