Junge Union Königstein diskutiert Themenschwerpunkte ihrer politischen Arbeit
Früher Führerschein und BAföG

Zwei Themen brannten und brennen noch immer der Jungen Union Königstein auf den Nägeln. Der Führerschein ab 16 und die Neuregelung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG). Die Vorstandsmitglieder der Jungen Union Hirschbach trafen sich darüber zu Gesprächen mit dem Kreisvorsitzenden der JU, Michael Mertel und dem JU-Bezirksvorsitzenden Christian Doleschal.

Klare Benachteiligung

Vorsitzender Simon Uebler hob die Probleme der Mobilität der jungen Generation im ländlichen Raum hervor. "Jugendliche müssen bei der Berufs- und Ausbildungswahl sich in erster Linie an der Nähe des Ausbildungsplatzes orientieren. Der öffentliche Nahverkehr kann hier diese Erreichbarkeit nicht garantieren und sicherstellen. Aus diesem Grund sind die Ausbildungschancen und die Ausbildungsgerechtigkeit zwischen dem ländlichen Raum und der urbanen Region nicht gegeben", meinte er. Dies stelle eine klare Benachteiligung der jungen Generation im ländlichen Raum dar, die so nicht akzeptiert werden könne.

"Umgekehrt gilt jedoch das gleiche", sagte Uebler. Jugendliche, die eine Ausbildung im ländlichen Raum antreten möchten, stehen vor dem gleichen Problem. "Ein Arbeitsbeginn um 7 Uhr ist mit dem öffentlichen Nahverkehr flächendeckend nicht zu bewerkstelligen. Darunter leiden also nicht nur Jugendliche sondern auch Arbeitgeber auf dem Lande." Die Junge Union fordert deshalb eine Freigabe des Autoführerscheins ab 16 Jahren, beschränkt auf die Fahrten zum Ausbildungsplatz.

Bei dieser Gelegenheit erläuterte CSU-Ortsvorsitzender Klaus Hafner ein weiteres Thema: Elternunabhängige Unterstützung auf Basis des BAföG. So schilderte Hafner die Problematik, dass Auszubildende und Studierende nicht grundsätzlich Anspruch auf diese Förderung besitzen. "Dies ist immer vom Einkommen der Eltern abhängig. Dabei geht es nicht einmal darum, das Eltern Gutverdiener sein müssen", erklärte Hafner.

Schon dann, wenn beide Eltern zur Arbeit gehen und einen durchschnittlichen Stundenlohn von 12,50 Euro Brutto verdienen, falle das BAföG meist schon komplett weg. Das bedeute, dass Eltern für ihre studierenden Kinder komplett selber aufkommen müssen. Und das, obwohl die Kinder inzwischen schon erwachsen sind. "Hier ist grundsätzlich Bildung von dem Willen und der finanziellen Belastbarkeit der Eltern abhängig. Im Gegenzug erhalten Studienabsolventen von Eltern, die Geringverdiener sind, fast vollkommen den BAföG-Höchstsatz über die gesamte Studienzeit". Hafner: "Eine derartige Unterstützung muss elternunabhängig und leistungsorientiert gewährt und die Rückzahlung gegebenenfalls erhöht werden."

Alle waren sich einig, dass hier tatsächlich eine Chancenungleichheit besteht, die aufgearbeitet werden müsse. Man wird dieses Thema im Kreis- und Bezirksvorstand der Jungen Union intensiv besprechen und im Bayerischen Landesverband als Antrag vorbringen.
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