KAB Johannes kämpft auch gegen Freihandelsabkommen
Mindestlohn 9,70 Euro

Der wiedergewählte Vorsitzende der KAB St. Johannes, Hermann Stadler (rechts) warnt vor trüben Aussichten, sollte das Freihandelsabkommen TTIP Wirklichkeit werden. Bild: Kunz
Auch bei der Jahreshauptversammlung brach die KAB St. Johannes eine Lanze für den ab Januar in Kraft getretenen und oft noch gescholtenen Mindestlohn. Schon Papst Johannes Paul II. habe erklärt, dass Dreh- und Angelpunkt der Sozialethik die Frage nach dem gerechten Lohn für geleistete Arbeit sei.

"Für Gerechtigkeit im Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist heutzutage nichts wichtiger als die gerechte Entlohnung der Arbeit", unterstrich Vorsitzender Hermann Stadler in seinem Rechenschaftsbericht. "8,50 Euro können nur der Einstieg sein." Die KAB fordere 9,70 Euro. Sie setze sich dafür ein, dass der Mindestlohn nicht erst 2018 neu angepasst werde, sondern bereits im kommenden Jahr.

Ein weiterer Punkt war das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA. In knapp zwei Monaten hätten europaweit mehr als eine Million Menschen die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative "Stopp TTIP" unterzeichnet. Dort seien 329 Verbände aus der Zivil-Gesellschaft aus 24 EU-Mitgliedsstaaten, darunter der KAB Diözesanverband Regensburg im Widerstand organisiert. Gemeinsam fordere man einen Stopp der Verhandlungen. Warum? Weil das Abkommen in hohem Maße die europäischen Umwelt- und Verbraucherstandards gefährden würde.

Einfallstor für Gentechnik

Ferner sähe sich die Landwirtschaft in Europa einer zusätzlichen Konkurrenz immer billigerer Produkte aus Übersee gegenüber. Die sich zusätzlich als Einfallstor für Gentechnik erweisen könnte. Das Abkommen enthalte zudem Investitionsschutz, die es Konzernen erlaube, Staaten auf Schadenersatz zu verklagen, wenn politische Entscheidungen den Wert der Investitionen oder Gewinnerwartungen schmälerten.

Die ausgehandelten Vertragsbedingungen seien geheim. Stadler rechnet mit prekären Arbeitsverhältnissen, Billiglöhnen, Altersarmut und einer Privatisierung der Wasserrechte. "Eine trübe Aussicht" sei das. Die KAB mache sich für ein neues Rentenmodell stark, für arbeitsfreie Sonntage und eine Humanisierung der Arbeitswelt.

Aus dem Bericht ging auch hervor, dass die KAB St. Johannes viel gearbeitet habe. So ging eine Spende an den Kindergarten St. Johannes, es wurde Fastenessen gereicht, ein Grillabend organisiert und die Landesgartenschau in Deggendorf besucht.

Berichtet worden sei über die Wegwerfgesellschaft, die frühen Christen in Kapadokien, sowie über vorweihnachtliches Brauchtum. Referenten: Alois Schröpf und Petra Vorsatz. Pfarrer Alois Lehner habe die Heimat des Papstes, Argentinien vorgestellt. Und es wurde ausgebuttert und gekegelt. Aktuell zähle der Ortsverband 50 Mitglieder.

Ergebnisse der Neuwahlen

Die Neuwahlen brachten folgende Ergebnisse: Vorsitzender Hermann Stadler. Er übernimmt zusätzlich die Aufgabe des Kassiers, Schriftführerin Cornelia Volkmer, Beisitzer Karl Dobner, Daniela Ernstberger, Hans Person, Elisabeth Schröpf, Gertrud Stadler und Rudolf Volkmer. Altenwerk Ursula Stich. Kassenprüfer Alois Schröpf und Anton Summer.
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