KAB Weiden-Ost stellt neues Schwerpunktthema vor - Mitglieder geehrt
Wie Wirtschaft gut funktioniert

Sechzig Jahre - so lange ist Ursula Hofmeister (Zweite von links) bei der KAB. Zu diesem Jubiläum gratulierten ihr (von links) Christa Burzer, Hermann Stadler und Daniela Ernstberger. Bild: Kunz
Bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Weiden-Ost ist der Name Programm: Für Vorsitzende Christa Burzer steht ihr Verband tatsächlich dafür, etwas zu bewegen. Heuer und nächstes Jahr solle das mit dem Schwerpunktthema "gut wirtschaften" erreicht werden. Dieses neue Leitmotiv löse die Themen "klug kaufen", "richtig steuern" und "sinnvoll leben" ab. "Wir greifen eine zentrale Grundfrage auf, welche die KAB seit ihrer Gründung stellt."

Für den Menschen

Es gehe darum, wie eine Wirtschaft gestaltet werden müsse, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle. In Anwesenheit von Präses Josef Matys betonte die Vorsitzende die Soziallehre der Kirche, die den Vorrang der Arbeit vor dem Kapital unterstreiche: "Wie müssen wir heute wirtschaften, um auch nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen?" Auf keinen Fall, indem das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union und den USA unterzeichnet werde, erklärte Kreisvorsitzender Hermann Stadler in seinem Grußwort. "Innerhalb von acht Wochen wurden eine Million Unterschriften dagegen gesammelt." Denn: "Dieses Abkommen geht auch gegen die Arbeitnehmerschaft."

Erwartet würden nämlich ein Ansteigen prekärer Arbeitsverhältnisse, Billiglöhne und Altersarmut. Ferner bestehe die Gefahr einer Privatisierung der Wasserrechte. "All dies wird hinter verschlossenen Türen verhandelt." Burzer machte sich zudem stark für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags und erinnerte an den Flashmob zu diesem Thema beim Katholikentag in Regensburg.

Bei der Anerkennung der Rente für Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, habe man einen ersten Schritt erreicht. Dies sei dem hartnäckigen Einsatz der KAB zu danken, die 2009 mit einer bundesweiten Petition habe aufhorchen lassen. Aber: "Ein Jahr Anerkennungszeit ist nicht genug."

"Wurzel sozialen Übels"

Auch der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde sei eine Forderung der KAB gewesen. Dazu zitierte sie einen Satz aus dem Lehrschreiben von Papst Franziskus: "Die Ungleichverteilung der Einkünfte ist die Wurzel des sozialen Übels." Ein Prozent der Superreichen teile sich 40 Prozent des gesamten Vermögens. Burzer: "Wir fordern sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Kinderartikel."

Die KAB sei wichtig, weil sie den Finger in die Wunden lege und mitmische. Für 60-jährige Treue wurde Ursula Hofmeister geehrt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft Josef Mark.
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