Kammerpräsident bei CSU-Fischessen
Hand in Hand mit dem Handwerk

Gastgeber Albert Rupprecht (rechts) dürfte nicht nur der Fisch geschmeckt haben, sondern auch der Vortrag von Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber (daneben). Mit dabei Kreishandwerksmeister Karl Arnold und (links, von vorne) MdL Tobias Reiß, Landrat Andreas Meier, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher sowie rund 70 weitere Besucher. Bild: Wilck
Ein Stuhl bleibt leer. Die Kämmerin ist ja verschnupft nach dem Politischen Aschermittwoch der CSU (Bericht oben). Also taucht sie anderntags auch nicht beim Fischessen der Christsozialen auf. Zumindest offiziell ist das Hickhack aber kein Thema bei der Traditionsveranstaltung im Schlör-Saal. So wie der Stuhl nicht der einzige ist, der unbesetzt bleibt. Auch einige andere geladene Gäste sind nämlich verschnupft. Und vergrippt. Eine Krankheitswelle verschont schließlich auch ein Fischessen nicht.

Dabei hatte der Gastgeber, Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, doch ein regelrechtes Kontrastprogramm zu Krankheit und Kränkungen organisiert. Nachdem der fiebrige Wahlkampf im vergangenen Jahr die einst von Gustl Lang ins Leben gerufene Veranstaltung geprägt hatte, geht's diesmal wieder um das alltagspolitische Handwerk. Genauer: um Wege, wie die Politik dem Handwerk helfen kann. Das sei auch nötig, mahnt Dr. Georg Haber an. Denn auch das Handwerk kämpfe mit einer ungesunden Entwicklung. Der Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Gastredner des Abends, meint damit den vielbeschworenen "Akademisierungswahn". Also die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen meinen, studieren zu müssen, obwohl das längst nicht für alle das Richtige sei. Und immer weniger eine berufliche Ausbildung aufnehmen. Mit Folgen: "Qualifizierte Fachkräfte und Lehrlinge werden langsam zur Mangelware." Natürlich sei "ein Studium per se nicht schlecht". Aber die Herausforderungen der Zukunft ließen sich nicht "nur mit Kulturwissenschaftlern und Literaten bewältigen".

Die Politik müsse dafür sorgen, dass berufliche und akademische Bildung "wieder auf Augenhöhe" kämen. Zum Beispiel, indem Jugendliche an die Vielseitigkeit des Handwerks herangeführt werden, womöglich durch verpflichtende Berufsorientierung in allen Schularten. Aber natürlich seien auch er und seine Kollegen selbst in der Pflicht. Indem sie die eigenen Stärken mehr nach außen tragen sollten. Die Verdienstmöglichkeiten etwa, die besser seien als viele glauben. Oder die Vielfalt und Komplexität der Arbeit. Oder die Tatsache, dass niemand nur ein kleines Rädchen in einem Betrieb sei, dafür viele umso leichter ihr eigener Chef werden könnten. Und die Bedeutung: "Das Handwerk ist in der Tat das Herzstück des Mittelstandes." Hand in Hand mit dem Handwerk gehe auch Rupprecht, betont Haber.

Der Abgeordnete selbst erklärt, dass sich die CSU deshalb ja unter anderem für eine Erhöhung des Meister-Bafögs stark mache. Und er verspricht, sich auch weiter in diese Richtung einzusetzen. Denn: "Was würde uns alles fehlen ohne das Handwerk?" Das wäre in der Tat eine Menge. Semmeln zum Beispiel. Technik aller Art. Oder Stühle, auf denen manchmal jemand sitzt. Und manchmal eben nicht. (Hintergrund)
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