Kampf den Keimen

Mit einer breit angelegten Veranstaltung wirbt das Klinikum Weiden um das Vertrauen von Bevölkerung und Patienten. Klinikhygiene, Behandlungsqualität und praktische Vorführungen standen im Mittelpunkt.

Weiden. (sbü) Das Problem bringt der Patient ins Haus. "In mehr als 98 Prozent der Fälle haben die Patienten den Erreger für MRSE mitgebracht", erklärte der Ärztliche Direktor der Kliniken Nordoberpfalz, Dr. Thomas Egginger, beim Informationstag über Qualitätssicherung und Krankenhaushygiene. Zwei Stunden lang bot das Klinikum Weiden ein komplexes Programm zur bestmöglichen Qualität in der Krankenhausbehandlung sowie zum höchsten Engagement für die Patientensicherheit.

Zunächst präsentierte sich der Reinigungsdienst. Leiterin Veronika Hartwig demonstrierte jeden Schritt im Krankenhausalltag. Alle Abläufe seien exakt vorgegeben und könnten in einem Handbuch nachgelesen werden. Verwaltungschef Karl Wittmann nannte dazu einige Zahlen: So werden jährlich 12 000 Wischmops verbraucht. Täglich sind auf jeder Station 90 davon im Einsatz. Der Tagesverbrauch an Mikrofasertüchern liegt pro Station bei 140 Stück und zwischen 400 und 500 Stück in den elf Operationsbereichen. 6000 Mikrofasertücher müssen am Tag desinfiziert werden.

Hartwig präsentierte den Zuschauern vier verschiedenfarbige Eimer, die jeweils für einen anderen Bereich sind. "Der Wischmop wird nur einmal in die saubere Reinigungslösung getaucht, nie ein zweites Mal", erklärte sie. So werde nie mit schmutzigem Wasser weitergearbeitet. "Putzen kann jeder, wir sind Reinigungsfachkräfte", betonte die Dienstleiterin. Auch sei das Tragen von Schmuck oder Piercings wegen der Vorschriften der Personalhygiene verboten. Dass alles protokolliert und geprüft wird, sei in Zeiten von Qualitätsmanagement und Zertifizierung selbstverständlich.

Ein Teppich für die Hygiene

Ein Hygienekonzept gibt es auch in den Küchen aller acht Häuser der Kliniken Nordoberpfalz, wie Küchenchef Martin Schiener erläuterte. Dazu gehöre auch der Hygieneteppich, über den das Küchenpersonal die Arbeitsräume betritt. Ebenso bewahren die Küchen Rückstellproben der Speisen drei Wochen lang tiefgekühlt auf. Bei zum Beispiel Magen- und Darmproblemen der Patienten könne so die Unschuld der Küche bewiesen werden, betonte Schiener.

Der Küchenchef berichtete auch, dass es Trinkwasser nur in PET-Flaschen gebe und "kritische Lebensmittel" nur als Tiefkühlware eingesetzt werden, um Salmonellenvergiftungen zu verhindern. Die Ausgabetemperatur der Mahlzeiten von 85 bis 90 Grad würde durch eine Edelstahlplatte unter den Tellern "bis zur Ausgabe in der Station sichergestellt".

Simulierte Operation

Bei einer simulierten Operation stellte Prof. Karl-Heinz Dietl das hohe Niveau der Qualitäts- und Hygienevorsorge dar. Dietl erklärte, dass für jeden Patienten eine OP-Checkliste geführt werde und "Verwechslungen ausgeschlossen sind". Der Chefarzt sprach von einer "schonungslosen Fehlerkultur" und führte die Sterilisierung des gesamten OP-Feldes vor. Anhand von Statistiken zeigte er, dass das Weidener Darmzentrum in der Prozessqualität unter den 253 deutschen Darmzentren "weit im oberen Bereich" liegt.
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