Kardiologe Peter Wittmann und sein kleines Ballhausorchester schwanken zwischen frivolen und ...
Fünf Ladykiller spielen sich in die Herzen der Zuhörer

Mit seinem kleinen, aber feinen Ballhausorchester ließ Peter Wittmann die vor Lebensfreude vibrierende Zeit der 20er- und 30er-Jahre auf der Elbarter Bühne wieder lebendig werden. Bild: prö
(prö) Peter Wittmann, im Hauptberuf Kardiologe, und seine Combo bedienten in der Kulturscheune sämtliche Klischees von schönen Frauen und bösen Buben.

Unter dem Motto "Ladykiller" ging es musikalisch um Männer verschlingende Frauen und Frauen mordende Männer. Aufmerksam und amüsiert, gelegentlich aber auch betroffen, lauschte das Publikum frivolen Couplets, ernsten Balladen, augenzwinkernden Schlagern, närrischen Chansons und manch eindeutig Zweideutigem von Kurt Weill, Peter Kreuder, Bert Brecht, Georg Kreisler, Kurt Tucholsky, Marlene Dietrich oder Zarah Leander.

Wie die von Marlene Dietrich vorgetragene makabre Geschichte einer betrogenen Ehefrau, die der Geliebten ihres Mannes erklärt: "Mein Mann ist verhindert. Er kann Sie unmöglich sehen, Liebste", weil sie ihn mit einem Schuss durchs Herz liquidiert hat. Oder Georg Kreislers Song, der einem hoffnungslos in eine verheiratete Frau verliebten Mann in den Mund legt: "Please shoot your husband". Oder die von Johannes Heesters oft vorgetragene Frage "Liebling, was wird nun aus uns beiden, darf ich glücklich oder muss ich traurig sein?" - stets ging es um die Liebe, sei sie gerade erst entflammt, verschmäht oder gar erloschen.

Was fürs Theater

Peter Wittmann, der sich in seiner Paraderolle selbst gefiel, brillierte gleichermaßen als gewandter, witziger, teils auch selbstironischer Conférencier, bestens disponierter Sänger, mit kraftvoller, variationsreicher Stimme und als glänzender Schauspieler mit ausdrucksstarker Mimik; bestimmt hätte er auch am Theater Karriere gemacht. Mit seinem kleinen, aber feinen Ballhausorchester, das ihn gut gelaunt, einfühlsam und nuancenreich an Flügel, Schlagzeug, Bass und Geige begleitete, ließ er die vor Lebensfreude strotzende, turbulente Zeit der 20er- und 30er-Jahre auf der Elbarter Bühne wieder lebendig werden. Das Publikum, vom Jungspund bis zum älteren Semester, war begeistert, sang oder summte so manchen Song mit und war sogar als akustische Kulisse gefordert.

Bloß nicht aufhören

Riesenapplaus für die fünf Ladykiller, die sich in die Herzen der Zuhörer gespielt hatten, die einfach noch mehr hören wollten. "Da man nicht immer aufhören sollte, wenn's am schönsten ist", so der Hausherr Günter Preuß, gab es als krönenden Abschluss drei Zugaben, darunter den Klassiker der Comedian Harmonists "Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon".

Alles in allem ein vergnüglicher und heiterer Abend im besonderen Ambiente der Kulturscheune Elbart.
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