Karl Huber, Präsident des Verfassungsgerichtshofs a. D., spricht am 17. März
Klare Worte zur Verwandtenaffäre

Weiden. (cf) Juristisch "heiße Eisen" fasste Dr. Karl Huber gerade im letzten Jahr seiner Amtszeit an. Zu den Verfehlungen der Landtagsabgeordneten bei der "Verwandtenaffäre" fand er deutliche Worte. Ein paar Monate später widmete sich Huber der Landtags-Anfrage "Geldanlagen von Uli Hoeneß in der Schweiz und die Bayerische Staatsregierung". Brisanz barg auch die parlamentarische Anfrage zu den Aktivitäten des Landesamts für Verfassungsschutz in der rechtsextremen Szene.

Außergewöhnliche Karriere

Von 2005 bis Ende Februar 2015 war Huber sowohl Präsident des Oberlandesgerichts München als auch des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs. Der gebürtige Weidener kommt am Dienstag, 17. März, um 19.30 Uhr in die Max-Reger-Halle auf Einladung des Lions Clubs. Huber kann auf eine außergewöhnliche Karriere zurückblicken: Vom Polizisten im mittleren Dienst bei der damals noch städtischen Polizei München stieg Huber - nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Uni München - schließlich zum höchsten Beamten der bayerischen Justiz auf. Von 2001 bis 2005 wirkte er davor als Generalstaatsanwalt am OLG München. In dem öffentlichen Vortrag beleuchtet Dr. Karl Huber "aktuelle Fragen des bayerischen Verfassungsrechts". Der ehemalige Präsident spricht dabei auch die "Verwandtenaffäre" an. Im Mai 2014 hatte der Verfassungsgerichtshof unter Hubers Vorsitz geurteilt, dass die Staatsregierung der Landtagsopposition darüber Auskunft geben muss, wie viel Geld aus Haushaltsmitteln die fünf Kabinettsmitglieder Ludwig Spaenle, Helmut Brunner, Beate Merk, Franz Josef Pschierer, Bernd Sibler sowie Gerhard Eck ihren Familienmitgliedern bei der "Verwandtenaffäre" gezahlt hatten. Das Urteil wurde als Ohrfeige für die Staatsregierung interpretiert.

Zu der öffentlichen Veranstaltung lädt der Präsident des Lions Club Weiden, Hans-Peter Lang, besonders alle Serviceclubs der Region, Rechtsanwälte und Justizbehörden ein.
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