Karlsruhe bestätigt: Es war Mord

Er wollte eine milde Strafe und machte geltend, er sei während einer Auseinandersetzung ausgerastet. Doch das Amberger Landgericht glaubte das Hermann K. aus Schnaittenbach nicht. Dadurch war seine letzte Hoffnung der Bundesgerichtshof.

Doch in Karlsruhe wurde jetzt das Amberger Urteil bestätigt: Weil Hermann K. seine Ehefrau mit vielen Messerstichen tötete, muss der 48-Jährige lebenslang hinter Gitter.

Das Verbrechen geschah in der Nacht zum 11. Februar vergangenen Jahres. Hermann K. und seine damals 38 Jahre alte Ehefrau lebten zwar im Streit, wohnten aber noch gemeinsam in einem Schnaittenbacher Haus. Die Frau hatte sich einen anderen gesucht, ihr Mann mochte das nicht dulden. Doch die Frau wollte samt ihrer Kinder einfach nur noch weg von ihm.

53 Verletzungen

In der Tatnacht kam es in der Wohnung zu einer massiven Auseinandersetzung, in deren Verlauf der in Weiden gebürtige Hermann K. mit mehreren Messern aus einer Küchenschublade auf die 38-Jährige einstach. Gerichtsmediziner attestierten später 53 Stich- und Schnittverletzungen am Körper des Opfers, das nicht mehr gerettet werden konnte. Der damals amtierende Leitende Oberstaatsanwalt Harald Riedl erhob nach Abschluss langwieriger Ermittlungen Anklage wegen Mordes. Sie wurde vom Schwurgericht beim Landgericht Amberg zur Hauptverhandlung zugelassen.

Als heuer im März der Prozess begann, wurde rasch deutlich: Mit Hermann K. saß ein Mann auf der Anklagebank, der das Verbrechen zwar einräumte, andererseits aber einen "Blackout" für sich geltend machte. Immer wieder startete er während der Verhandlung unbeherrschte Verbalattacken, drohte Zeugen, ließ sich nicht besänftigen. Dabei wusste der Angeklagte: Hätten die Richter auf einen Totschlag im minderschweren Fall erkannt, wie er es wollte, wäre er allenfalls für ein paar Jahre hinter Gittern verschwunden.

Mindestens 15 Jahre in Haft

Das unter Vorsitz von Roswitha Stöber tagende Schwurgericht leuchtete sämtliche Umstände um die gestörte Beziehung zwischen den Eheleuten aus. Dann kam das Urteil: Hermann K. wurde wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis geschickt. Das entsprach dem Antrag des Leitenden Oberstaatsanwalts. Danach rastete der 48-Jährige regelrecht aus und schlug vor Wut schäumend einer Reporterin auf dem Gerichtsgang die Kamera aus der Hand. Mit einer solchen Entscheidung hatte er offenbar zu keiner Zeit gerechnet. Er wollte billig davonkommen.

Hermann K., aus Weiden stammend, hatte sich den Weidener Anwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn als Verteidiger genommen. Schnupfhagn ging gegen das Urteil mit einer Revisionsschrift zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe vor. Vor wenigen Tagen verwarf der BGH nun den Einspruch, stellte sich in seiner Auffassung hinter das Amberger Landgericht und ließ die lebenslange Haftstrafe rechtskräftig werden. Damit kann der Mann frühestens nach 15 Jahren freikommen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.