Kein Fehlverhalten von Stadt oder OB
Briefe an die Redaktion

Die Pressestelle der Stadt reagiert auf den Leserbrief zum NT-Bericht über das Schülercafé Scout:

Der Leserbrief kritisiert zunächst, dass in einer Demokratie Mehrheiten gesucht werden. Durch die Zeilen von Frau Jahreis soll dem objektiven Leser wohl suggeriert werden, dass Anträge wiederholt auf die Tagesordnung kommen, wenn die vorangegangene Entscheidung nicht dem Willen des Oberbürgermeisters entspricht.

Die Kritik ist nicht nachvollziehbar und muss daher durch folgende Tatsachen widerlegt werden. Richtig ist, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am 26.03.2015 eine Ausschreibung des Schülercafés Scout "entsprechend des evaluierten pädagogischen Konzeptes (ohne Küchenbetreuung) für weitere zwei Jahre vom 01.09.2015 bis 31.08.2017" ablehnte, weil im Rahmen der vorangehenden Beratung zu diesem Tagesordnungspunkt mehrfach vorgeschlagen wurde, dem Stadtjugendring die Trägerschaft für das Schülercafé anzubieten und allein deswegen auf die Ausschreibung zu verzichten.

Der Stadtjugendring lehnte dieses Angebot jedoch am 29.03.2015 wider Erwarten ab. Da sich die Grundlagen des o.a. Beschlusses somit geändert hatten, musste sich der Stadtrat in seiner Sitzung am 27.04.2015 erneut mit der Thematik befassen. Hier wurde der ablehnende Stadtratsbeschluss vom 26.03.2015 wieder aufgehoben. Der neue und bis heute rechtssicher geltende Beschluss lautet: "...Die Verwaltung wird beauftragt, die Ausschreibung des Schülercafé Scout für weitere zwei Jahre, vom 01.09.2015 bis 31.08.2017, vorzunehmen. ... Die Vergabeentscheidung erfolgt im Stadtrat." Dies wurde mit 38 Stimmen einstimmig beschlossen.

Die erneute Behandlung, wie auch die ergangene Entscheidung des Ferienausschusses, die Ausschreibung durchzuführen, sind sachlich und rechtlich als einwandfrei zu beurteilen. Vergaben sind nach der Geschäftsordnung des Stadtrates stets nichtöffentlich zu behandeln.

Weder Herr Oberbürgermeister Seggewiß, noch die Mitglieder des Stadtrates müssen sich irgendein Fehlverhalten vorwerfen lassen. Der Leserbrief und die darin enthaltenen Falschbehauptungen werden daher mit Nachdruck zurückgewiesen.

Weiterhin teilt die Verwaltung zum näheren Verständnis folgendes mit. Der Begriff "Schülercafé" ist irreführend. Es handelt sich nicht um einen reinen Cafébetrieb für Schüler, sondern um eine Einrichtung der offenen Jugendarbeit nach § 11 SGB VIII. Wir nennen die Einrichtung deshalb gerne "Jugendtreff Scout".

Die Einrichtung wird von pädagogischen Mitarbeiter/-innen geführt. Diese können durch das niedrigschwellige Angebot Kontakt zu Kindern und Jugendlichen knüpfen und Vertrauen aufbauen. Leider hört die staatliche Förderung auf, sobald Kinder aus dem Hortalter (12 Jahre) entwachsen sind. Wer sich mit Jugendlichen beschäftigt, weiß, dass die großen Probleme mit der Pubertät erst beginnen. Identitätsfindung, Ablösung vom Elternhaus, Berufsfindung und gleichzeitig Gefahren wie Suchttendenzen, Mobbing, erste Liebe, Schulprobleme, uvm. eröffnen ein Spannungsfeld, das viele Eltern an den Rand der Verzweiflung bringt.

Im Jugendalter entscheidet sich, wohin der Weg geht; ob aus Schwierigkeiten Probleme werden, die uns weit mehr Geld kosten würden. Hier kann professionelle Jugendarbeit unterstützend eingreifen. Denn Ziel ist, jungen Menschen zu helfen, sich selbst und ihren Weg zu finden, ihren Platz in unserer demokratischen Gesellschaft einzunehmen und sich als wertvolle Mitglieder in unser Wertesystem einzubringen. Im Übrigen hat das "Scout" durchschnittlich 38 Besucher täglich. Und: Der Gewinn aus dem Theken- und Mittagsbetrieb deckt fast vollständig die Sachkosten (wie Miete).

Alois KoppStabstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Weiden

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