Keine einzige Wortmeldung beim Thema "Minuszinsen"

"Irritationen und teilweise massive Beschwerden" der Kunden räumte Direktor Gerhard Ludwig in seinem Geschäftsbericht zum Thema "Minuszinsen" bei den Zielspar-Verträgen ein (wir berichteten). Er ging ausführlich und detailliert auf diese Problematik ein. Es kam jedoch bei der Vertreterversammlung - bei über 300 Anwesenden - zu keiner einzigen Wortmeldung. Auch die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte einstimmig.

Ludwig stellte klar, dass es bei den "fest vereinbarten" Boni-Sätzen auf den jährlich eingezahlten Sparvertrag "keine Veränderung" gibt. Dagegen sei der Zinssatz variabel vereinbart. Aufgrund der "massiv gesunkenen" Referenzzinssätze habe es bei vielen Sparverträgen 2014 erstmals "rechnerische Minuszinsen" gegeben. Ludwig: "Insgesamt ging es dabei darum, die nachhaltige wirtschaftliche Stabilität der Volksbank zu sichern. Im Interesse für alle Kunden muss das immer an erster Stelle stehen."

Niemand wisse, wo die Zinspolitik der EZB hinführe. "Wir müssen die Zinssenkungen weitergeben, die Bank kann das alleine nicht tragen." 2014 lag die Zinsspanne der Volksbank - Unterschied zwischen Einlagen und Ausleihungen - mit 2,11 Prozent deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt der genossenschaftlichen Banken von 2,34 Prozent. Inzwischen bemühen Kunden auch die Anwälte. Nach Darstellung von Rechtsanwalt Sven Kröber verzichtete die Volksbank nach rechtsanwaltlichem Schreiben sowohl auf den "Korrekturzins" als auch auf den Wegfall der Boni-Zahlungen. Kröber: "Es bleibt nun bei meinem Mandanten, wie es ist. Die Änderungen hätten transparenter laufen können", sagte der Anwalt. (cf)
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