Kinderschutzbund will Krisenversorgung in der Oberpfalz weiter ausbauen
Kindernotruf: Stadt macht mit

Weiden. (ps) Es ging zwar nur um 1951 Euro im Jahr. Doch angesichts der knappen Haushaltslage der Stadt führte auch dieser Tagesordnungspunkt zu einer längeren Diskussion im Jugendhilfeausschuss. Der Kreisverband Regensburg des Deutschen Kinderschutzbundes will seine Krisenversorgung per Telefon und Internet auf die gesamte Oberpfalz ausdehnen und dafür zwei Projektleiterinnen halbtags einstellen. Deshalb bittet er alle betroffenen Kommunen um einen entsprechenden Zuschuss zu den Sach- und Personalkosten.

Um es vorwegzunehmen: Die Mehrheit des Gremiums sprach sich für die Unterstützung aus. Denn - auch wenn es bereits andere Angebote für Jugendliche gibt: "Jedes Angebot, das genutzt wird, ist gut", sagte Gunter Hannig, stellvertretender Leiter der Erziehungsberatungsstelle. Als "modernes Angebot für Jugendliche, das mit den bestehenden nicht kollidiert", begrüßte auch Stadträtin Stefanie Sperrer (CSU) das Projekt.

Tanja Koller dagegen erinnerte an das Spardiktat der Stadt und erklärte, es gebe bereits etliche Erzieher und Sozialpädagogen in Weiden, die Jugendlichen in Krisensituationen als Gesprächspartner zur Verfügung stünden - auch nachts. Vielleicht sollte man die knapp 2000 Euro deshalb besser "an die verteilen, die das schon machen".

"Nummer gegen Kummer"

Je mehr Hilfsangebote, desto besser, meinte dagegen die Mehrheit des Gremiums. Die Online-Beratung "kopfhoch.de" des Kinderschutzbundes in Regensburg ist schon jetzt 24 Stunden täglich erreichbar. Zwischen 24 und 6 Uhr nachts ist allerdings keine Antwort garantiert. Bei der Telefon-Beratung "Nummer gegen Kummer" mit Sitz in Amberg wird eine 24-Stunden-Lösung anvisiert. Deshalb bittet der Verein alle Kommunen um entsprechende Beteiligung.
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