Kirche schützt Schwache

Dekan Dr. Wenrich Slenczka.

Die Kirche will mittendrin sein in der Gesellschaft. Quasi als Gegenstrategie zum Rückzug vieler Menschen aus dem Gemeindeleben. Auch die Hilfe für Flüchtlinge gehört dazu. Das machte Dekan Dr. Wenrich Slenczka bei der Herbsttagung der Dekanatssynode deutlich.

Weiden. (sbü) Der Vortrag des Dekans begann mit viel Symbolik. So sagte er über den Veranstaltungsort, das Haus der evangelischen Gemeinde, "ein kirchliches Gebäude rückt - ohne seinen Standort zu wechseln - in die Mitte der Menschenströme". Quasi als Gegenstrategie zum Rückzug vieler Menschen aus dem Gemeindeleben. Der Dekan nahm mit diesem Satz auf die zukünftige Anbindung des Gemeindehauses an das Parkhaus des neuen Einkaufszentrums Bezug. Der Satz kennzeichnet das Hauptanliegen an diesem Tag. "Wir wollen als Kirche mitten in der Gesellschaft erkennbar sein." Sichtbar gemacht werden soll, "dass wir eine Versammlung der Gläubigen sind, bei denen das Evangelium Jesus Christus gepredigt wird".

Die "Schlaglichter aus dem kirchlichen Leben" dokumentierten dann diese Sichtbarmachung. Dass demnächst alle freien Pfarrstellen besetzt sein werden, zähle ebenso dazu wie die Veranstaltungen der Evangelischen Jugend anlässlich des 70. Todestages von Dietrich Bonhoeffer. Genannt wurden auch die Jugendgottesdienste unter dem Titel "Sunday Night Church", die Partnerschaft mit der Bibelschule in Mwika (Tansania), die Spendenaktion für die neue "Teamerhütte" auf dem Zeltplatz in Plößberg und die Eröffnung des Simultankirchen-Radwegs.

Die Landestagung "Kirche mit Kindern" wird vom 10. bis 12. Juni 2016 in Weiden stattfinden. "Das ist wie ein kleiner Kirchentag", erklärte Dr. Slenczka. Er freute sich über die Zunahme der Zahl der Ehrenamtlichen, bedauerte jedoch, dass die Zahl der Taufen gegenüber 2014 um ein Siebtel abgenommen habe. "Erschreckend ging auch die Zahl der Konfirmanden zurück", berichtete er. Vor allem in Weiden würden viele gar nicht mehr auf die Einladung zum Konfirmandenunterricht reagieren.

Der Prozentsatz der Kirchenaustritte liege im Dekanatsbezirk Weiden bei 0,5 Prozent, bayernweit bei 1,2 Prozent. Trotz der Einflüsse der Demografie spricht Dr. Slenczka von "einer schwindenden Kirchenbindung". Dennoch erinnert er an den Kirchenauftrag, "alle Welt zu Jüngern zu machen".

Eine "christliche Aufgabe"

Ausführlich würdigte der Dekan das Engagement der Kirche für Flüchtlinge. Dabei sprach er von einer "Vermischung von Bürger- und Kirchengesellschaft" und bedankte sich bei allen Beteiligten, auch in den Kirchenasylfällen. Unter Bezugnahme auf das Bibelzitat "Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen" erinnerte Dr. Slenczka daran, dass "die Aufnahme von Fremden, der Schutz für die Schwachen und Verfolgten, eine christliche Aufgabe ist". Auf diese Bemerkung bezog sich eine Wortmeldung von Pfarrer Hans-Martin Meuß. Seine Frage: "Wo stehen wir auf gegen Rüstungsfinanzierung und TTIP-Abkommen?" Moderiert wurde die Versammlung von Präsidentin Käthe Pühl und Vizepräsident Jürgen Pohl.
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