Klares Nein zu Fracking

Über den umstrittenen Gesetzentwurf zu Fracking stimmt der Bundestag voraussichtlich im Oktober ab. Deshalb bohrten jetzt die Gegner der Fördertechnik nach: bei den Abgeordneten der Region.

Gemeinsam gingen Mitglieder der Bürgerinitiative "Abgefrackt - Weidener Becken gegen Fracking" und Greenpeace Weiden auf Tour. Ihre Ziele: die Büros der Bundestagsabgeordneten der Wahlkreise Tirschenreuth, Neustadt/Weiden, Schwandorf und Amberg. Die Fracking-Gegner überreichten ein Plakat mit der Forderung, dieses "Fracking-Regelungspaket" abzulehnen, vorübergehend ein Moratorium zu beschließen und durch Änderung des Bundesberggesetzes die umstrittene Technik zur Aufsuchung und Förderung von Erdöl und Erdgas zu verbieten. Der Gesetzesvorschlag verstoße gegen geltendes internationales und europäisches Recht, teilt das Bündnis in einer Pressemitteilung mit. Sollte dem Gesetz dennoch zugestimmt werden, wäre eine Klage vor dem "UN Aarhus Komitee" der nächste Weg, kündigten die Gegner an.

Grundwasser gefährdet

"Fracking ist durch die eingesetzten Chemikalien, aber auch ohne Chemikalien immer mit einer Grundwassergefährdung verbunden", erklärt Angela Frank. Auch wegen der Verpressung des Lagerstättenwassers und des Rückflusses macht sie sich große Sorgen. Mit einem bundesweit versandten offenen Brief wurde dies den Bundestagsabgeordneten bereits vorher eindringlich übermittelt.

Hilde Lindner-Hausner erinnert sie an die Verpflichtung, für das Wohl der Bürger zu handeln: Fracking gefährde Mensch, Natur und Umwelt durch die unter mehrere Hundert Bar hohem Druck in den Boden gespressten Chemikalien und die austretenden Giftstoffe aus dem Gestein sowie durch beim Frackvorgang entweichendes Methan, dem "Klimakiller Nr. 1". Mit Fracking-Folgen wie der Vergiftung des Trinkwassers und durch Erdbeben ausgelöste Schäden an Gebäuden sei zu rechnen. Damit einher gehe eine enorme Wasserverschwendung und Flächenzerstörung durch die Industrialsierung der Landschaft. "Nur ein gesetzlich geregeltes Frackingverbot kann uns wirklich schützen."

Deshalb fordert Lindner-Hausner vom Bundestag ein klares Nein zu einem Gesetz, das Fracking ermöglicht. "Es ist jetzt an der Zeit, dies zuverlässig zu regeln, denn der Erhalt der Lebensgrundlage Wasser duldet keinen Aufschub", bekräftigt Anton Wurzer. Zum Bedauern des Bündnisses konnten die Besucher nicht alle Abgeordneten persönlich antreffen. Doch erklärten sich die Büros - mitunter nach etwas Zögern - bereit, das mitgebrachte Plakat mit dem Appell anzunehmen. Einzig CSU-Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger konnte direkt angesprochen werden. Spontan gab es einen intensiven Meinungsaustausch in ihrem Büro.

Lanzinger: Mehr Schutz

Die Abgeordnete verdeutlichte, dass sie den Widerstand gegen Fracking grundsätzlich verstehe, jedoch in dem vorliegenden Gesetzentwurf mehr Schutz erkennt als in den bisherigen gesetzlichen Regelungen. Daher sei er ein erster Schritt in die richtigen Richtung.

"Dass aber mit ihrem Ja zum Gesetzentwurf dem Trinkwasser schlimme Folgen drohen, sehen die Abgeordneten oft nicht gern so drastisch dargestellt, wie es ist", so Lindner Hausner. Der Wassertropfen mit dem Totenkopf auf dem Plakat spiegle die Angst der Bevölkerung wider: "Sie ist vorhanden, sie muss nicht erst geschürt werden." "Wir lassen nichts unversucht, die Bundestagsabgeordneten für ein wirkliches Fracking-Verbot zu gewinnen", unterstreicht Ali Zant von Greenpeace.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.