Kleine Handgriffe - große Hilfe

Samstags ab 14 Uhr sind Maria Seggewiß (rechts) und Sabine Zeidler auf den Stationen 74 und 75 unterwegs, helfen den Patienten mit kleinen Handgriffen und haben zugleich ein offenes Ohr für Sorgen. Die seit Januar gesammelten Erfahrungen sind durchwegs positiv. Bild: Wilck

Fast jeden Samstag sind Maria Seggewiß und Sabine Zeidler im Einsatz. Fast, denn: "Wenn ich Grippe habe, kann ich natürlich nicht zu den Patienten", sagt Sabine Zeidler. Die gelernte Krankenschwester hat gemeinsam mit Maria Seggewiß ein neues Ehrenamt übernommen.

Weiden. (ps) Seit Januar leisten beide Besuchsdienst auf den onkologischen Stationen des Weidener Klinikums. Die Idee dazu hatte die OB-Gattin Maria Seggewiß. Eigentlich wollte sie noch mehr AsF-Frauen dafür gewinnen, nicht nur die Vorsitzende Sabine Zeidler. Doch in der Praxis hat sich gezeigt: "Zwischen uns und dem Pflegepersonal hat sich schon ein Vertrauensverhältnis entwickelt. Ein ständiger Wechsel wäre da nicht gut."

Es gilt Schweigepflicht

Mit kleinen Handreichungen leisten die beiden Frauen "große Hilfe", betont Rita Stadler, Pressesprecherin des Weidener Klinikums. "Es gibt so viele kleine Handgriffe, für die Patienten nicht extra eine Schwester holen wollen", weiß Sabine Zeidler, die früher selbst zehn Jahre lang am Klinikum im Einsatz war: Kaffee holen, eine Krücke aufheben, das Fenster schließen. "Patienten und Pflegekräfte freuen sich über die Unterstützung", erzählt Maria Seggewiß, die bisher nur positive Resonanz erlebt hat. Natürlich haben die beiden Frauen auch ein offenes Ohr, wenn Patienten einfach nur plaudern möchten. "Samstags erhalten die Patienten relativ wenig Besuch", weiß Rita Stadler.

Die beiden Samstags-Helferinnen unterliegen natürlich genauso der Schweigepflicht wie die Akteure der Patientenhilfe und die Patientenfürsprecherinnen. Die Patientenhilfe ist bereits seit 22 Jahren im Einsatz. "Das sind die helfenden Engel im Hintergrund", sagt Rita Stadler. Seit 2006 gibt es außerdem die Patientenfürsprecherinnen.

Viel Lebenserfahrung

In Weiden sind das Marianne Albert und Elisabeth Walter. Die beiden sind dienstags, mittwochs und donnerstags im Einsatz. Sie verfassen sogar monatliche Berichte, in denen sie auf Stärken und Schwächen hinweisen. Häufiges Problem für Patienten ist beispielsweise der Baulärm. "Es heißt aber auch immer wieder, Schwestern und Ärzte werden trotz Überlastung gelobt", zitiert Rita Stadler aus einem Bericht.

"Alle drei ehrenamtlichen Dienste unterscheiden sich in ihrer Funktion", erklärt sie. Allen Akteuren gemeinsam ist nach Stadlers Worten allerdings: "Unsere Helfer bringen ein großes Maß an Lebenserfahrung mit, gesunden Menschenverstand und viel Einfühlungsvermögen. Sie sind eine wertvolle Unterstützung für Patienten, die sich in der besonderen Situation eines Klinikaufenthalts rastlos und verloren vorkommen." Das bedeutet zugleich eine Entlastung des Personals, das im stressigen Krankenhausalltag voll ausgelastet sei. Für die Helfer und Helferinnen selbst bedeutet ihr Engagement übrigens ebenfalls Gewinn. Maria Seggewiß: "Es gibt einem etwas, wenn man das Leid der Menschen sieht und ihnen helfen kann."
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.