Klinikum Weiden: Klinik für Visceral- und Thoraxchirurgie behandelt Adipositas-Patienten
Fette Versuchungen

Mit einer Adipositas-Behandlung sollen die Lebensqualität verbessert und Folgeerkrankungen verhindert werden. Nur im Bedarfsfall erfolgen Operationen, wie Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl (links), Selbsthilfegruppen-Leiterin Ramona Gerbing und Funktionsoberarzt Dr. Florian Höhler erläuterten. Bild: rdo

Currywurst, Schokocroissant, Latte Macchiato. An jeder Ecke lauert die Versuchung. Extremes Übergewicht gibt es deshalb vor allem in Wohlstandsgesellschaften. Aber nur in Extremfällen reagieren die Ärzte an der Klinik für Visceral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Weiden mit einer Operation auf Adipositas.

Es ist wie bei den Bären. Sie legen einen Fettvorrat für den Winterschlaf an. Auch der menschliche Körper kann für Notzeiten stille Fettreserven bunkern. Früher brauchte er die auch bei drohenden Hungersnöten. Heute entsteht so Adipositas. Wie Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl bei einer Patienteninformation erläuterte, leiden letztlich alle Organe, Knochen und Gelenke unter der Last mit. Auch Diabetes kann vermehrt auftreten.

Funktionsoberarzt Dr. Florian Höhler sprach in seinem Vortrag über überschüssige Energie, die in Form von Fett gespeichert wird. 24 Prozent der Erwachsenen sind davon betroffen. Sekundärgründe für Adipositas können eine Unterfunktion der Schilddrüse, eine Überfunktion der Nebennierenrinde oder von der Einnahme bestimmter Medikamente herrühren. Eine Adipositas beginnt ab einem Körpermaßindex von über 25. Als Nebenerkrankungen können Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Herzinfarkt, Arthrose, Gallensteine und Krebs auftreten.

Bis es zu einer Operation (OP) kommt, verlangen die Krankenkassen den Nachweis über konservative Möglichkeiten der Gewichtsreduzierung wie Bewegungs-, Ernährungs- und Verhaltenstherapie. Spazierengehen zählt dabei nicht als Sport. Keine OP-Eingriffe erfolgen während einer Schwangerschaft, Krebs, Drogen- und Alkoholabhängigkeit und Immundefiziten. Gewichtsreduzierende OPs können ein steuerbares Magenband, ein Schlauchmagen oder der Magenbypass sein, so Dr. Florian Höhler. Für allgemeine Informationen, auch nur zur Beratung bei Übergewicht ohne OP, steht die Adipositas-Sprechstunde am Klinikum jeden Montag von 8.30 Uhr bis 11 Uhr nach vorheriger Anmeldung (0961/303-3002) zur Verfügung.

Als Leiterin der Selbsthilfegruppe Adipositas (Treffen jeden ersten Donnerstag im Monat von 19 bis 21 Uhr am Schwesternwohnheim 6 neben der Klinik-Caféteria, mehr unter www.adipositas-shg-weiden.de) erläuterte Ramona Gerbing ihre Gewichtsreduzierung um die Hälfte im Jahr 2004 durch ein Magenband. Die OP biete die Möglichkeit, schnell viel Gewicht zu verlieren. Doch auch hier sei Disziplin gefordert, besonders bei kalorienhaltigen Getränken. Ernährungsumstellung, Bewegung und Verhaltenstherapie sind wichtig. Durch die OP sei ihr Leben völlig umgekrempelt worden, sagt Ramona Gerbing. Zugleich sei ihr Selbstwertgefühl sehr gestiegen.
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