Körper als Trumpf

Die Stimme ist leise, der Händedruck schlaff - und schon ist der erste Eindruck ruiniert. Für den gibt es aber keine zweite Chance, warnt eine Expertin Frauen, die gerade auf der Suche nach einem Job sind. Sie sagt aber auch, wie's richtig geht.

Theoretisch ist es leicht, sich im Vorstellungsgespräch von der besten Seite zu zeigen: "Zu 38 Prozent müssen Sie mit der Stimme überzeugen, zu 53 Prozent mit der Körpersprache und zu 7 Prozent mit dem, was Sie sagen", erklärt Business-Coach Birgit Barth. Ihr Vortrag "Der erste Eindruck zählt" soll Frauen helfen, erfolgreich ins Berufsleben zu starten. Gut 100 sind gekommen, um sich Tipps zu holen.

"Erst einmal muss man eine Stelle finden, die zu einem passt", sagt Barth. Dabei müssen Arbeitssuchende stets die Augen offen halten. In der Presse, Jobbörsen, sozialen Netzwerken oder auf Messen - überall könne man auf Angebote stoßen. "Manchmal muss man auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." Zuletzt bestehe auch immer die Möglichkeit, eine Initiativbewerbung anzufertigen.

Dass es überhaupt zu einem persönlichem Gespräch kommt, setze eine perfekte Bewerbung voraus. Und auch hier liegt der Teufel im Detail: "Vermeiden Sie unbedingt klassische Eigenschaften wie Teamfähigkeit oder Flexibilität." Diese Stärken seien nicht aussagekräftig genug, um Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Besser sei es, mit Kommunikationsstärke oder Organisationstalent zu wuchern.

"Hinter diesen Stärken müssen Sie aber auch zu Hundert Prozent stehen", bläut die Referentin den Zuhörerinnen ein. Es sei eine "ungeliebte Mitgift" von Frauen, sich selbst kleinzureden. Das weiß sie aus eigener Erfahrung: "Bekommen wir Komplimente oder Lob, schränken wir das immer durch ein 'aber' ein." Um andere von sich zu überzeugen, müsse man an sich glauben.

Neben den Fähigkeiten spielt auch der Lebenslauf eine wichtige Rolle. "Der muss zuerst einmal dem aktuellen Standards entsprechen." Das betreffe sowohl die äußere Form als auch den Inhalt. Idealerweise enthält er die Erfahrungen und Fähigkeiten des Bewerbers, die zu dem gewünschten Unternehmen passen. "Schließlich wollen Sie die Stelle und spielen alle Trümpfe aus", so Barth.

Seriöse Mail-Adresse

Nun trennt nur noch ein Anruf vom ersehnten Vorstellungsgespräch. "Für den müssen Sie aber erreichbar sein und das Handy anhaben", betonte die Referentin. Sie kenne einige Bewerber, die sich durch Nichterreichbarkeit ihre Chance verbaut hätten. Außerdem ist eine seriöse Mailadresse wichtig: Sie enthält nur den eigenen Vor- und Nachnamen. Merkwürdige Mailadressen würden den Arbeitgeber nur davon abhalten, Kontakt aufzunehmen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.