Kollision bei Gas und Strom - Erdverkabelung nicht das Allheilmittel - Kritik auch an ...
Rothenstadt: Kein Platz mehr für Stromtrasse

Als neuen Endzielpunkt der Stromtrasse im Süden nannte MdB Albert Rupprecht Landshut. Die Strecken müssten angesichts der jetzt bevorzugten Erdverkabelung völlig neu geplant werden. Bild: Dobmeier
Der bestehende Ostbayernring, der von Parkstein über Rothenstadt nach Schwandorf führt, kann nicht einfach für den zum Atomausstieg benötigten Stromtransfer von Nord nach Süd genutzt werden. Dies wurde bei einer Ortsbesichtigung der CSU Rothenstadt deutlich. Und wegen der neuerdings bevorzugten Erdverkabelung seien die Entscheidungen über den künftigen Stromtrassenverlauf völlig offen, hieß es.

Den Zugeständnissen vorausgegangen war ein offener Brief der CSU-Mandatsträger MdB Albert Rupprecht und MdL Tobias Reiß, des Neustädter Landrats Andreas Meier und des Weidener CSU-Kreisvorsitzenden Stephan Gollwitzer, die erreicht hätten, dass bei neu zu erstellenden Gleichstromtrassen die Erdverkabelung bevorzugt werde. Für Gleich- und Wechselstrom an einem Masten sei die Technik bisher nicht verfügbar.

Die Ortsbegehung, zu der CSU-Chef Markus Bäumler zum "Bankerl" an der 380 KV-Leitung und der Megal-Gasverdichterstation eingeladen hatte, machte parteiübergreifend klar, dass die Bürger hier schon an der Belastungsgrenze seien. Es bleibe kein Platz in Rothenstadt, denn neben dem Ostbayernring in Nord-Süd-Richtung erstrecke sich bereits in Ost-West-Richtung nach Tschechien das Stromkreuz am Umspannwerk Etzenricht. Außerdem habe die Megal (Gasverdichterstation) bereits große Grundstücke bei Rothenstadt für Erweiterungen bei der Gasversorgung erworben, wie ein Landwirt berichtete. Der Raum reiche nicht einmal für eine Erdverkabelung, da die Gasverdichterstation noch mehr Platz benötige als bisher gedacht.

Landwirt Alfred Stark machte seinem Unmut wegen der seiner Meinung nach verfehlten Energiepolitik der Bayerischen Staatsregierung Luft. Ministerpräsident Horst Seehofer drehe sich wie ein Fähnchen im Wind und verhindere so die Energiegewinnung in der Region. Kritische Worte gab's auch zur Erdverkabelung. Sie werde für die Land- und Forstwirtschaft massive Einschnitte bedeuten, legte Hans Scharbauer dar. Es würden ein 10 bis 20 Meter breiter Kanal in 1,5 Meter Tiefe mit einer Betonschicht versehen und pro Kilometer ein bis zwei Hektar Land verloren gehen. Es komme zu Erderwärmung und Ernteverlust.

Beim Gespräch im "Salute"-Biergarten sprach Rupprecht von einem Teilerfolg. Zum Trassenverlauf strebe die CSU eine Bürgerbeteiligung an. Es gehe um die ganze Region.
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