Kolpingfamilie informiert sich über die Asylsituation
Flüchtlinge an der Tür

Nadine Röckl-Wolfrum (Zweite von links) und die Asylbewerberin Naima (neben ihr) waren bei der Kolpingfamilie Neunkirchen mit Vorsitzendem Roland Hoffmann und Beate Neumann zu Gast. Bild: R. Kreuzer
Nadine Röckl-Wolfrum ist in der Asylberatungsstelle der Diakonie in der Kasernenstraße eingesetzt. Kaum jemand kann besser über die aktuelle Asylsituation in Weiden berichten als die Diplom-Sozialpädagogin (FH). Zu ihrem Vortrag bei der Kolpingfamilie Neunkirchen hatte sie einen Gast mitgebracht: Naima, eine junge Frau, die seit vier Jahren in Deutschland lebt. Sie ist verheiratet und hat inzwischen vier Kinder.

Die Familie lebte lange Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft in der Kasernenstraße auf einer Fläche von nur 26 Quadratmetern. Auf Initiative von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß konnte der Familie nun vor kurzem eine eigene Wohnung zur Verfügung gestellt werden.

Nadine Röckl-Wolfrum erläuterte den Mitgliedern die Gründe, warum diese Menschen ihre Heimat verlassen und eine oft mehrere Jahre andauernde Flucht mit oftmals ungewissem Ausgang auf sich nehmen. In Deutschland haben im Jahre 2013 so viele Menschen Asyl beantragt, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Rund 100 000 Flüchtlinge kamen mit der Hoffnung auf eine sichere Zukunft ins Land. Doch nur eine Minderheit darf bleiben - nachdem die Asylbewerber das sehr komplizierte Asylverfahren durchlaufen haben.

In Bayern werden die Flüchtlinge in der Regel Gemeinschaftsunterkünften zugewiesen, so auch in Weiden in der Kasernenstraße. Dort sind sowohl Flüchtlinge untergebracht, deren Asylantrag noch läuft oder deren Antrag bereits abgelehnt wurde. Auch unbegleitete minderjährige Kinder wohnen dort. In der Kasernenstraße sind derzeit 130 Personen untergebracht, darunter vier Familien mit Kindern und Jugendlichen.

Die Kinder gehen in Kindergärten und Schulen. Es gibt drei Flüchtlingsklassen, in denen die Kinder gezielt in Deutsch unterrichtet werden. Eine Berufsschulklasse bildet Asylbewerber auch aus, damit diese eine Arbeit finden.

"Wie können wir als Kolpingfamilie helfen", so die Frage des Vorsitzenden Roland Hoffmann. Röckl-Wolfrum sagte, eine Unterstützung sei schon in alltäglichen Hilfen möglich, wie zum Beispiel bei der Begleitung des Asylbewerbers bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Hilfen bieten auch die vor kurzem ins Leben gerufenen Arbeitsgruppen, die vom AK Asyl begleitet werden.

Vorsitzender Roland Hoffmann appellierte an die Mitglieder, auf Flüchtlinge zuzugehen und ihnen Mithilfe und Unterstützung anzubieten. Er überreichte Röckl-Wolfrum eine Geldspende in Höhe von 300 Euro. Das Geld findet Verwendung für gemeinsame Aktionen mit den Flüchtlingen.

Wer seine Hilfe anbieten möchte, kann sich auch gerne mit Röckl-Wolfrum von der Asylberatungsstelle in der Gemeinschaftsunterkunft Weiden, Kasernenstraße, in Verbindung setzen.
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