Kommafehler ändert alles

Generationen saßen gebannt auf dem Sofa, als "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" über den Bildschirm flimmerte. An Neujahr 2016 zeigt die "a.gon TheaterProduktion" ihre Version als Familienmusical. Bild: Hilda Lobinger

Solche Fans kann sich ein Kulturschaffender nur wünschen: Noch bevor die Weidener Kulturbühne das Programm für die Saison 2015/2016 präsentiert hatte, gingen die Abonnements weg wie warme Semmeln.

"Wir freuen uns sehr über diesen Vertrauensbeweis", betont Sabine Guhl bei der Präsentation der etablierten Veranstaltungsreihe. Das Programm kann sich sehen lassen - neben den Sprechtheaterstücken lockt außerdem "Klein & Kunst" (Kasten) mit handgemachter Musik.

Den Anfang macht am 6. Oktober "Die Päpstin" - eine Bühnenfassung des gleichnamigen Bestsellers von Donna W. Cross. Die Münchener "Theaterlust" setzt den Romanstoff mit Videokunst und Live-Musik mitreißend für die Bühne um. Erzählt wird die Geschichte der Johanna, die sich im neunten Jahrhundert nicht der Frauenrolle fügen will. In Männerkleidern bekommt sie den Respekt der geistigen Würdenträger und wird schließlich zum Priester geweiht.

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Am 10. November gibt sich "Patrick 1,5" die Ehre. Die Theatergastspiele Fürth erzählen eine turbulente Geschichte eines homosexuellen Paares, das ein Adoptivkind von 1,5 Jahren erwartet und aufgrund eines Kommafehlers mit einem nicht ganz einfachen 15-jährigen Halbwüchsigen konfrontiert wird. Es ist Gründonnerstag, das Amt hat schon zu. So ist man gezwungen ein Osterwochenende miteinander zu verbringen - und voneinander zu lernen.

Geballte Fernsehgeschichte findet am 14. Dezember den Weg nach Weiden. Jochen Busse spielt in "Der Kurschatten-Mann" einen in die Jahre gekommenen Heiratsschwindler, der in der Kurklinik auf Ingrid Steeger, Simone Rethel, Christiane Rücker und Christine Schild trifft und gleich allen Damen den Kopf verdreht. Die wiederum drehen den Spieß um, als sie dem Casanova auf die Schliche kommen - ein teuflischer Plan soll ihn ein für alle Mal kurieren.

Generationen saßen gebannt auf dem Sofa, als "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" über den Bildschirm flimmerte. An Neujahr 2016 zeigt die "a.gon TheaterProduktion" ihre Version des tschechisch-deutschen Märchenfilm-Klassikers aus den 70ern als Familienmusical. Ein detailreich gestaltetes Bühnenbild, erstklassige Musicaldarsteller und mitreißende Melodien sollen den Jahresbeginn ganz besonders machen.

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Flucht vor Familie

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"Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt", so das Theaterstück, das am 22. Februar über die Bühne geht. Wie im zugrunde liegenden Roman von Dora Heldt geht es ums Älterwerden, um nicht erfüllte Träume und um Freundschaft. Um dem 50. Geburtstag in einem spießigen Lokal mit Familie und Freunden zu entgehen, flieht Doris mit den ehemaligen Schulfreundinnen Katja und Anke ins Wellness-Wochenende, das aber auch nicht so harmonisch verläuft.

Der 14. März ist für Weltliteratur reserviert. Die Konzertdirektion Landgraf präsentiert Bert Brechts "Der Kaukasische Kreidekreis". Nach einem Staatsstreich nimmt sich die gutmütige Magd Grusche des Sohnes des getöteten Gouverneurs an. Als der Krieg zu Ende ist, fordert die leibliche Mutter ihr Kind zurück, um ihr Erbe zu sichern. Den Streit um das Kind schlichtet Richter Azdak mit einem geradezu salomonischen Urteil.

Das Finale der Saison 2015/2016 feiert die Kulturbühne am 17. April mit einer Komödie - die Konzertdirektion Landgraf bringt Lutz Hübners "Frau Müller muss gehen" auf die Bühne. Frau Müller ist Lehrerin und vermeintlich verantwortlich für die schlechten Zensuren der Sprösslinge. Am Elternabend soll sie abgesägt werden: Frau Müller muss weg! Doch die schlägt zurück. Böse Dialoge voller Spitzfindigkeiten nehmen übermotivierte Helikoptereltern augenzwinkernd auf den Arm. Karten gibt es beim Ticket-Shop des Medienhauses "Der neue Tag", Telefon 0961/85550, und im Internet: www.nt-ticket.de.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kulturbuehne-weiden.de
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