Kongress mit rund 200 Experten am Freitag und Samstag an der OTH in Weiden
Nuklearmedizin strahlt aus

Professor Dr. Ralf Ringler hat die Federführung für den Bereich der Medizintechnik an der OTH. Bild: sbü
Weiden. (sbü) Die Medizintechnik an der OTH in Weiden baut ihre überregionale Bedeutung immer weiter aus. Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr kommt eine große Zahl renommierter Mediziner, Ingenieure und Physiker zu einer Tagung nach Weiden. Im März ging es um moderne Krankenhäuser, am Wochenende steht die Nuklearmedizin im Mittelpunkt. Dahinter verbergen sich Diagnose- und Behandlungsmethoden, die auch beim Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt eine große Rolle spielen können.

Zur 36. Jahrestagung der Bayerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin (BGN) am 3. und 4. Juli werden rund 200 Experten erwartet. Sie befassen sich mit Diagnose und Therapien von Erkrankungen, die in der Statistik ganz oben stehen: Prostata- und Schilddrüsenkarzinom oder auch Herzinfarkt, um nur einige zu nennen.

Eines der bekanntesten Einsatzgebiete der Nuklearmedizin ist die Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen. Die Nuklearmedizin findet ihren Einsatz aber auch bei Krebs- und Herzerkrankungen sowie bei der Untersuchung des Gehirns, des zentralen Nervensystems oder bei rheumatischen Problemen. Daneben stehen rechtliche Aspekte wie ärztliche Aufklärungspflicht oder Strahlenschutz auf dem Programm. Professor Dr. Ralf Ringler vertritt als Mitorganisator der Tagung federführend den Studiengang Medizintechnik an der OTH in Weiden. Der Leiter der Nuklearmedizin am Klinikum Weiden, Privatdozent Dr. Johann Schönberger, ist Kongress-Präsident und vertritt die Medizin in Weiden.

Der Begriff Nuklearmedizin würde viele abschrecken, räumt Prof. Ringler im Gespräch mit dem Neuen Tag ein. In erster Linie gehe es aber um "personalisierte Medizin". Krankheiten sollten noch personenspezifischer diagnostiziert und therapiert werden können. Nuklearmedizinische Verfahren könnten zum Beispiel oftmals verhindern, dass beim Mammakarzinom die ganze Brust entfernt werden müsse. Zunächst würden schwach radioaktive Stoffe gespritzt. Diese würden sich in den das Krebsgeschwür umgebenden Lymphknoten ansammeln, wenn dort Metastasen vorhanden seien. "Der Tumor sendet dann Strahlung aus", sagt Ringler. Gemessen werde dies mit Hilfe einer Sonde. Anhand des Ergebnisses entscheiden die Ärzte, wie tief operiert werden müsse oder welche Chemotherapie anzuwenden sei.

Sehr gute Bildgebung

Nuklearmedizin müsse eindeutig von Röntgenverfahren unterschieden werden, betont Ringler. Nur sehr weit fortgeschrittene Metastasen könnten am Röntgenbild erkannt werden. Dagegen würden nuklearmedizinische Untersuchungsmethoden die innere Struktur eines Organs sehr gut abbilden.

Anmeldungen zur Tagung an Consulting Healthcare, Yvonne Holmer, Auenstrasse 20c, 82 515 Wolfratshausen. Teilnahmegebühr für Mitglieder des BGN 35 Euro, für Nichtmitglieder 50 Euro.
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