Kontrahenten k. o. geschlagen

Weil er dem Lebensgefährten seiner Angebeteten eine saftige Abreibung verpasste, muss ein 40-Jähriger nun für vier Jahre in Haft. Der Mann hatte so massiv zugeschlagen, dass sein Kontrahent bewusstlos zu Boden ging und fünf Tage im Krankenhaus behandelt werden musste.

Weiden. (rns) Die Dreiecksbeziehung endete unglücklich. Wegen der Attacke auf einen Kontrahenten musste sich nun ein Waldsassener vor dem Weidener Schwurgericht verantworten. Entgegen der Anklage, die auf versuchten Totschlag gelautet hatte, erkannten die Richter Reinhold Ströhle, Peter Werner und Thomas Hys, wie zuvor schon Staatsanwalt Peter Frischholz, in ihrem Urteil aber keine Tötungsabsicht.

Die Dreiecksbeziehung endete in den späten Abendstunden des 10. Juni in einer städtischen Mietwohnung in Waldsassen. Unglücklich verliebt in die langjährige Lebensgefährtin eines Bekannten war der 40-Jährige. Die Dame hatte ihm auch immer wieder Hoffnung gemacht, ihn zu Hause besucht und wollte dies an jenem Abend wieder tun, wie man beim nachmittäglichen Umtrunk vereinbart hatte.

Wüste Drohungen

Allerdings kam es nicht dazu, was der 40-Jährige zum Anlass nahm, seinen Bekannten anzurufen und wüst zu beschimpfen. Auch Drohungen wurden dabei ausgestoßen, sogar vom "Umbringen" war die Rede.

Einige Zeit später, gegen 23 Uhr, tauchte der Ledige schließlich bei der 42-jährigen Hausfrau auf, verschaffte sich durch einen Tritt Zugang zu der Wohnung und verprügelte den knapp 20 Zentimeter größeren, aber elf Kilo leichteren Kontrahenten. Zwei Faustschläge streckten den Lebensgefährten der Frau nieder. Es folgte obendrein eine Serie von Fußtritten gegen Körper und Kopf. Der 49-Jährige erwachte erst nach Eintreffen der Sanitäter aus der Bewusstlosigkeit.

Staatsanwalt Frischholz hielt in seinem Plädoyer dem Angeklagten zugute, dass er über seinen Verteidiger Karsten Schießeck (Bayreuth) alles gestanden hatte. Lediglich die Tritte gegen den Kopf hatte er nicht eingeräumt. Der Ankläger vermutete auch eine gewisse Provokation durch das Opfer.

Zwischen diesem und der Frau war es in der vorangegangenen Zeit häufig zu Auseinandersetzungen gekommen, so dass die Polizei 14 Mal hatte einschreiten müssen. Acht Vorstrafen, darunter ein fast gleichartiges Delikt im Jahr 2000, wogen dagegen schwer zulasten des Waldsasseners. Rechtsanwalt Schießeck wies darauf hin, dass diese Verurteilung 14 Jahre zurück liege und sich sein Mandant seither gut gehalten habe. Zwar seien die Verletzungen des Opfers schwer gewesen, jedoch seien keine bleibenden Schäden geblieben. Auch habe der Mann die Entschuldigung seines Mandanten angenommen und auf Schmerzensgeld verzichtet. Die Tat sei unter erheblichem Alkoholeinfluss geschehen.

In Entzugsklinik

Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder hatte dem 40-Jährigen eine hochgradige Alkoholabhängigkeit attestiert und die Unterbringung in einer Entzugsklinik für die Dauer von 18 bis 24 Monaten empfohlen. Die Richter ordneten diese im Urteil an.
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