Kopie? Original? Egal!

Die "Scorpions" kommen diesmal aus Ungarn. Die Budapester Tribute-Band schlug sich bravourös.

Auf der Bühne stehen nicht die Originale, sondern Doppelgänger. Die Stimmung bei "Clones of Rock" in der Mehrzweckhalle ist aber echt - echt gut.

Mit seinem zerbeulten Zylinder sieht er fast aus wie Hitchcocks "Harry" aus den "Riff-Piraten". Schräg, furchteinflößend und doch stets ein zynisches Lächeln auf den Lippen: "Godamn Superstar" aus Italien, der auf der Bühne den "Marilyn Manson" gibt. Diese Kunstfigur aus der Monroe und Charles Manson, den beiden Gut- und Böse-Ikonen aus den USA. Und "Godamn Superstar" schlägt sich prächtig: Er schockt die Leute mit einer schaurig-gruseligen Achterbahnfahrt aus wirkungsvollen Effekteinlagen. Aber: alles nur Schaumschlägerei.

Weicht die erste Reihe irritiert zurück, weil sie glaubt, aus dem Ventilator kämen wirklich Daunenfedern von der letzten Kissenschlacht geschleudert, entpuppt sich das weiße Zeug hinterher als banaler Badeschaum. "Tainted Love" und "Rock is dead", singt der Bleichgeschminkte. Oder besser: Er produziert ein typisches Soundsystem aus kraftvollem und leidenschaftlichem Stöhnen und Raunzen.

Eine Bombenshow

Der "Marilyn Manson"-Klon ist zwar mitternächtlicher Headliner der diesjährigen "Clones of Rock"-Tribute-Show in der Mehrzweckhalle. Aber die Herzen der Fans fliegen eindeutig auf die Lokalmatadoren von "AC/DX.", die unmittelbar vor ihm mit ihrem Frontmann Massimo Leone und Angus-Young-Double Volkmar Severin eine Bombenshow im Stil von "AC/DC" abliefern.

Nach ihrem Kanonendonner-Finale lichtet sich die Mehrzweckhalle sichtlich. Nordbayerns größtes "Tribute-Festival" feiert Samstagnacht das Zehnjährige. Zerplatzende Luftballons überschütten die Zuschauer mit Jubiläumspreisen. Wie die Veranstalter von der Rockkneipe "Salute" bekanntgeben, gehen 50 Cent pro verkaufter Karte zu gleichen Teilen an die Auerbacher Behindertenhilfe und eine soziale Einrichtung der Stadt Weiden. Verkörpert der italienische Marilyn-Manson-Verschnitt die USA, huldigt die ungarische Coverband um Leadsänger Peter Schrott dem deutschen Flaggschiff "Scorpions", der wohl bedeutendsten "Hard & Heavy"-Band des Landes. Die Rudolf-Schenker- und Klaus-Meine-Klons kommen aus Budapest, wo sie wirklich ihre Helden schon persönlich getroffen haben. "Bad Boys", die es echt drauf haben. Beste Beispiele: "Still Loving You" und "Rock You like a Hurricane".

Laute Nacht

Den Anfang machen aber "The Dirty Crüe" mit ihrer "Mötley Crüe"-Mucke. "Shout at the Devil", "Red Hot", "Girls, Girls, Girls" und - ach wie schrecklich - "Smokin' in the Boy's Room". Die "vorweihnachtliche Ruhestörung" dauert bis zwei Uhr früh.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13792)Manson (25)Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.