Kosten steigen weiter

Innerhalb von nur zwei Jahren steigt der Zuschussbedarf für das städtische Jugendamt um 2,6 auf 10,6 Millionen Euro. Amtsleiterin Bärbel Otto macht dafür vor allem vier Ursachen aus.

Weiden. (ps) Nummer eins: Der Basiswert für die sogenannte kindbezogene Förderung - das heißt, für die Förderung von Kita-Plätzen - wurde seit 2014 um rund 85 Euro je Platz erhöht und dürfte 2016 erneut steigen. Nummer zwei: Die Kosten für die Unterbringung und Versorgung von minderjährigen Flüchtlingen sollen künftig zwar schneller vom Staat ersetzt werden. Gleichzeitig würden die Gelder aber auch 2016 vermutlich nur teilweise erstattet, erklärte Bärbel Otto im Jugendhilfebeirat.

Nummer drei: Die Tarifabschlüsse im Sozial- und Erziehungsdienst wirken sich deutlich aus. Denn, so Otto: "Wir hatten eine enorme Erhöhung der Vergütung in Kindertagesstätten." Überhaupt gelte: "Mindestens 80 Prozent der Leistungen der Jugendhilfe sind Personalkosten." Nummer vier: In den Jahren 2014 und 2015 hat das Jugendamt 2,2 Millionen Euro an Rückständen eingenommen, deren Einforderung in den Jahren davor versäumt worden war. Diese "Mehreinnahmen" haben den Haushalt deutlich entlastet. Mittlerweile jedoch sind die Rückstände weitgehend aufgearbeitet. Deshalb sei 2016 nicht mit weiteren Geldern zu rechnen.

Auch in der Zukunft dürften die Kosten im Jugendhilfebereich weiter steigen, prognostizierte Bärbel Otto. Die Hilfsangebote für Kinder oder auch Eltern mit psychischer Erkrankung würden verstärkt in Anspruch genommen. Zudem werde die Integration von Flüchtlingskindern und deren Familien in den nächsten Jahren eine wichtige Aufgabe für das Jugendamt darstellen.

Ebenso wie Stefanie Sperrer (CSU) bedauerte Josef Gebhardt (SPD) die Tatsache, dass der Haushaltsansatz 2016 für das Stadtjugendamt bereits am Mittwoch vom Finanzausschuss beschlossen worden war - und damit einen Tag vor der Sitzung des Jugendhilfebeirats (der NT berichtete). Empfehlungen seien somit wirkungslos. "2,6 Millionen mehr Zuschussbedarf, das ist schon erschreckend", sagte Gebhardt. Er gab aber zugleich zu bedenken: "Dafür deckt der Haushalt alle Felder im Sozialbereich ab."

Neue Mitte: Weniger Minus

Den Mitarbeitern im Stadtteilzentrum Neue Mitte dankte er, dass sie ihren Zuschussbedarf von rund 35 000 im Jahr 2015 auf knapp 20 000 im Jahr 2016 senken wollen, während in den meisten anderen Bereichen die Ausgaben steigen. Nicht nachvollziehbar war für ihn der höhere Zuschussbedarf der Ehe- und Familenberatung des Bischöflichen Ordinariats, obwohl zuletzt weniger Personen beraten worden seien. Gunter Hannig von der Erziehungsberatungsstelle der Caritas vermutete, dass sich hinter diesen Zahlen "Hochkonfliktfälle" verbergen.
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