Kräftige Schlepper als Zugpferde

Die Traktoren der Marke Schlüter genießen auch 22 Jahre nach dem Ende der Herstellung Kultstatus. Die "Schlüterfreunde Weiden" schätzten die Zahl der Besucher beim Treffen in Maierhof auf 1500 bis 2000. Bilder: war

Schlüter werden nicht verschrottet. Die Marke ist und bleibt Kult. 1500 bis 2000 Besucher bewiesen das beim Treffen in Maierhof eindrucksvoll.

Seit 1993 ist die Produktionsstätte der 1898 gegründeten Marke Schlüter im Freisinger Süden geschlossen. An der Marke hängen nicht nur die ehemaligen Kunden bis heute. Zum zweiten Mal hatten die Oberpfälzer Schlüterfreunde Weiden zum Treffen der kraftstrotzenden Veteranen nach Maierhof geladen.

Die meisten der 50 präsentierten Zugmaschinen befanden sich in einem Topzustand. Sie sind aufwendig restauriert, werden gepflegt und bei den zahlreichen Sammlern hoch gehandelt.

Vorsitzender Martin Görl und die gleichgesinnten Nutzer loben die zuverlässige Technik. "Sie tun immer noch gute Dienste bei der Bodenbearbeitung und sind mit den meisten modernen Anbaumaschinen kombinierbar", sagte Görl und zeigte auf einen fünfscharigen Pflug. "Im Bayreuther Raum gibt es Lohnbetriebe, die noch zu 100 Prozent mit dem Fabrikat arbeiten".

Von sauberer Arbeit sprachen die Landwirte beim Begutachten Der Ergebnisse nach den Bodenbearbeitungen auf dem angrenzenden Acker. Das galt sowohl für das am Vormittag vorgeführte Grubbern als auch für das Ackern am Nachmittag.

Im Posaunenchor

Das Anwesen der Familie Heiß in Maierhof erwies sich als ideal für die Veranstaltung. Görl und Martin Heiß kennen sich vom Posaunenchor der evangelischen Gemeinde Rothenstadt-Etzenricht. "Görl hat mich angesprochen und gleich die Zusage für das Treffen bekommen", berichtete Heiß junior.

Der Parkplatz auf dem Stoppelfeld in Richtung Sportheim des VfB Rothenstadt füllte sich spätestens gegen 15 Uhr. Dank einer Absprache mit dem Nachbarn Hans Scharbauer, konnten die Organisatoren seine angrenzende Fläche ebenfalls für die Gäste als Abstellplatz zur Verfügung stellen.

Die Kennzeichen der rund 50 vor Ort vorgestellten Schlepper, mehr noch die auf dem Parkplatz, deuteten auf den breiten Einzugsbereich des Publikums hin: Sie waren aus dem Münchner Raum, dem Fabrikstandort Freising, aus der Hallertau, dem Hofer, Selber und Bayreuther Bereich sowie aus dem mittelfränkischen Neustadt an der Aisch gekommen. Radfahrer und Spaziergänger aus der Stadt Weiden und den umliegenden Ortschaften kamen verstärkt am Nachmittag vorbei.

Grillstand und Standmotor

Außer den Traktoren wirkten zwei fest installierte Geräte als Blickfang: Einmal der immer noch funktionstüchtige Schlüter-Standmotor des Baujahres 1914, zum anderen ein 1,5 Tonnen schwerer Grillstand der "Marke Eigenbau". Ein weiterer Eyecatcher für die Experten aus der Agrarbranche war ein vor Jahrzehnten entwickelter Wendepflug, dessen solide Arbeitsweise demonstriert wurde. Umlagert waren die perfekt restaurierten "Oldtimer", die in den 1950er Jahren das Werk verlassen hatten.

Das Treffen der Schlütertraktoren organisiert von den Oberpfälzer Schlüterfreunden Weiden am Ortsrand von Maierhof übertraf die kühnsten Erwartungen der Veranstalter. Mit so vielen Besuchern und Teilnehmern hatte niemand gerechnet. Bilder: war
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