Kraut-Protestierer

In Stuttgart sind sie bereits am Samstag marschiert: Mehrere Hundert Teilnehmer traten beim "Global Marijuana March 2015" für die Legalisierung von Cannabis an. Am Wochenende soll auch in Weiden erstmals ein solcher Demonstrationszug in Gang kommen. Bild: dpa

Gegen den Stress war dann doch kein Kraut gewachsen. Eine gute Woche, bevor der erste "Marijuana March" der Region in Weiden in Gang kommen sollte, klappte der Hauptorganisator zusammen.

Matthias Confal (42), Vorsitzender des "Cannabis Social Club" in Weiden, erholt sich derzeit im Klinikum von seinem Kollaps. Damit hat es auch das Hanf-Festival schwer, auf die Beine zu kommen. Möglich, dass vom ursprünglich geplanten dreitägigen Spektakel nur eine Demonstration am Samstag, 9. Mai, übrigbleibt. Seit 1999 fordern Cannabis-Aktivisten beim "Global Marijuana March" die Legalisierung ihrer Lieblingspflanze. Mittlerweile hat der "Marsch" längst auch Mitteleuropa erreicht: In 27 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen Festivals - Weiden ist das kleinste davon.

Für Confal ein "Experiment": "Wenn's blöd läuft, stehen nur 20 Leute da." Auf Facebook haben sich zwar 600 Gleichgesinnte angemeldet. Das war jedoch vor Confals Kollaps - und bevor seine nicht eingearbeiteten Stellvertreter alle geplanten Konzerte absagen mussten. Ursprünglich sollten am Freitag deutsche Reggae-Acts das Wochenende eröffnen. Daraus wird nun nichts. Und auch die Sonntags-Veranstaltung, ein Markt "rund um Hanf", wackelt inzwischen. Die Veranstalter vom "Cannabis Social Club", seit heuer ein eingetragener Verein in Weiden, konzentrieren sich auf den Samstag: Ab 14 Uhr soll sich ein Demonstrationszug durch die Stadt bewegen, gegen 16 Uhr folgt eine Kundgebung auf dem Marktplatz. Dort treten Funktionäre des Cannabis-Verbands Bayern, der Bundestagsabgeordnete Frank Tempel (Linke) und Cannabis-Patient Gunther Weiglein ans Mikro.

Auch "Social Club"-Chef Confal will bis dahin wieder auf den Beinen sein, um "ein paar einführende Worte zu sprechen". Gesundheitlich ohnehin angeschlagen, habe er sich mit dem "Marijuana March" wohl zu viel zugemutet, sagt er: "Zum Schluss saß ich 20 Stunden am Tag vor dem Rechner."
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