Kritik von Dagmar Nachtigall bei der Frauen-Union - Mehr Geld für Jugendabeit gefordert
"Personal im Rathaus zu teuer"

Die Personalkosten und der Krankenstand im Rathaus müssten einmal unter die Lupe genommen werden, meinte Stadträtin Dagmar Nachtigall (Zweite von rechts) beim Dämmerschoppen der Frauen-Union. Die Frauen setzten sich auch kritisch mit der Jugend- und Sozialarbeit auseinander. Bild: Kunz
Weiden. (uz) "Wir müssen wieder Begeisterung schüren in der CSU", trommelte Stadträtin Dagmar Nachtigall in der Gaststätte "Dagner". Die Stadt brauche einen Imagewechsel. "Die Bürger kommen sich vor, als würden sie in einer verarmten Stadt leben", erklärte sie beim Dämmerschoppen der Frauen-Union Weiden.

Nachtigall forderte eine geschicktere Zusammenführung der Abteilungen im Rathaus. "Die Personalkosten sind zu hoch. Der Krankenstand ist zu hoch. Da muss man mal drüber schauen." Nachtigall: "In den oberen Regionen weitet man die Stellen aus. Früher hat Hans Schröpf im Personalamt mitgeholfen. Heute hat man Dezernenten, die das machen. Das kostet Geld."

Und: "Der Sozialhaushalt frisst uns auf." Egal, ob es um Asylbewerber oder sozial verwahrloste Kinder gehe, die aus ihren Familien herausgeholt würden: "Man muss den Kommunen helfen - vom Bund her." Es könne doch nicht angehen, dass aus finanziellen Gründen die Straßen nicht mehr gekehrt oder die Blumen nicht mehr gegossen würden.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte Sabine Zenger, Kreisvorsitzende der Frauen-Union. Dagmar Brühler sprach die Jugendarbeit an. Das Schülercafé zu kürzen, sei eine Sünde und koste im Endeffekt mehr als eingespart werde, meinte sie. Denn hier würden Jugendliche mit Problemen von erfahrenen Pädagogen betreut. "Ein Jugendlicher aber, der nicht abrutscht, erspart der Stadt spätere Heimkosten. Und die sind enorm." Brühler sprach sich deshalb sogar für eine Stärkung der Jugendarbeit aus.

JuZ: Vierte Stelle erhalten

In die gleiche Kerbe schlug Stadträtin Stefanie Sperrer. Das Jugendzentrum laufe Gefahr, die vierte hauptamtliche Kraft zu verlieren, weil auch hier Einsparungen vorgesehen seien. Aber die Beschäftigten arbeiteten ohnehin am Limit. "Weiden braucht ein Jugendkonzept. Wir wollen die Jugendarbeit qualitativ in die Zukunft führen." Ein weiteres Thema war die Überlegung, die Gerhardinger-Schule zu schließen, nachdem sie erst kürzlich kostspielig renoviert worden sei. Dagmar Brühler erklärte Schulschließungen so, dass viele Schulen nur noch zur Hälfte belegt seien und deshalb Wege gesucht werden müssten, Einrichtungen vernünftig zusammenzulegen. Dies müsse aber immer nach dem Motto geschehen - "kurze Beine, kurze Wege" - wie auch schon Fraktionschef Wolfgang Pausch gefordert habe.

Stefanie Sperrer verlangte auch, in Sachen Witt-Garten-Durchstich Tempo zu machen. Noch nie sei die Zeit so günstig gewesen, wie jetzt. Das neue Einkaufszentrum in der Innenstadt dränge förmlich danach. Pausch beglückwünschte sich zu seiner damaligen Idee, die Stockerhut mit Eigenheimen zu füllen. Das Konzept sei aufgegangen. Die Bauplätze seien verkauft. Der Sprengel werde auf diese Weise gesellschaftlich aufgewertet.
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