Künstler gern mal ganz privat

Vorsitzende Irene Fritz (links) überreichte die Jahresgabe des OKV, entworfen von Günter Mauermann, an Dr. Gabriele Lorenz, Kulturmanagerin der Stadt Annaberg-Buchholz.

Beinahe silbernes Jubiläum konnte auch der Oberpfälzer Kunstverein OKV am Wochenende in Annaberg-Buchholz feiern: Schon ein Jahr nach Beginn der Städtepartnerschaft begannen die Künstler aus der Region ihre Freundschaft mit dem Kunstkeller Annaberg.

Seit 24 Jahren herrscht zwischen beiden Städten ein reger "Ausstellungsverkehr". Auch gegenseitige Kunstbesuche wechseln sich ab. Einen Höhepunkt im Kunstjahr 2015 markieren die Ausstellung "Berg und Tal" im Kulturzentrum Erzhammer und die Installation "Kunstkabinen" im alten Stadtbad, die der OKV am Tag der deutschen Einheit in Annaberg-Buchholz eröffnete.

"Berg und Tal"

Unter dem Motto "Berg und Tal" zeigen 24 Mitglieder des Vereins noch bis Ende November ihre Arbeiten. OKV-Vorsitzende Irene Fritz stellte bei der Eröffnung das Thema als Beziehungsstück vor, das unterschiedliche Strukturen sichtbar machen könne. Die Künstler brachten dies dann auch in vielfältiger Art und Weise zum Ausdruck: Landschaftliche Eindrücke wechseln ab mit abstrakt-gestischen Formationen, das Begriffspaar wurde übersetzt in geomorphe Strukturen oder gezeichnete Chiffren, es gibt nachdenkliche Arbeiten und humorvolle Stücke, Tierisches und Mystisches, lyrische Interpretationen und impressive Farb- und Formkompositionen.

Minibühne in der Umkleide

Der Eröffnung im Erzhammer folgte "starkes Theater" im Alten Stadtbad. Das leerstehende Jugendstilbad bezaubert durch seine poetische Atmosphäre und dem kaltwarmen Farbenspiel der Badekabinen. 20 solcher Kabinen haben Künstler des OKV und der Region Annaberg-Buchholz mit ihrer Installation "Kunstkabinen" gemeinsam bestückt. Wie kleine Mini-Bühnen erzählen die Umkleidekabinen dabei von den Menschen hinter den Kunstwerken: Persönliche Erinnerungen laden ein zu individuellen Entdeckungsreisen.

Dabei öffnen sich in den Umkleidekabinen mit den Vorhängen die Grenzen zwischen privater und öffentlicher Sphäre. Den Besuchern bieten sich ungewohnte Einblicke in das Leben der Aussteller und das Miteinander der beiden Kunstvereine aus den Partnerstädten. Sie gestalteten mit der gemeinsamen Aktion eine lebendige Plattform der Kommunikation. Und die Künstler gaben gern Privates preis.

Zur Eröffnung am Samstag übten Kinder im aufgelassenen Schwimmbecken das Trockenschwimmen. Zu Jazzmusik und hellblauem "Badewasser-Spritz" steckten die Gäste ihre Köpfe mit dem Blick in die Kunstkabinen - ganz legal - in die Angelegenheiten der Künstler.
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