"Kunstrasenplatz denkbar"

Auf der Tribüne im Weidener Stadion beim Derby zwischen der SpVgg SV und dem FC Amberg (von links): Bürgermeister Lothar Höher (Weiden) und die beiden Oberbürgermeister Michael Cerny (Amberg) mit gelb-schwarzem Fanschal und Kurt Seggewiß. Bild: af

Beim Fußball-Stammtisch nach dem Bayernliga-Derby zwischen der SpVgg SV Weiden und dem FC Amberg geben OB Michael Cerny und Bürgermeister Lothar Höher interessante Einblicke - beide Städte kündigen Unterstützung im Falle eines Regionalliga-Aufstiegs an.

Hintergründig, informativ und schlagfertig - so präsentierten sich am Samstagabend nach dem Derby die Gäste des Fußball-Stammtisches. Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny, Weidens Bürgermeister Lothar Höher, SpVgg SV-Keeper Dominik Foster und FCA-Kapitän Michael Plänitz stellten sich dabei im voll besetzten VIP-Raum des Sparda-Bank-Stadions den Fragen von Moderator Philipp Kaufmann vom City-Center Weiden. Besonders bemerkenswert waren dabei die unter dem Beifall des Publikums getroffenen Aussagen der beiden Lokalpolitiker, die die Vereine im Falle eines Regionalliga-Aufstieges "mit allen erdenklich möglichen Mitteln" unterstützen wollen.

Ambergs OB Cerny, der ein "unterm Strich gerechtes 1:1" sah, wünschte sich für "seinen FC Amberg" natürlich den sportlichen Erfolg. Gab allerdings zu bedenken, dass dazu auch die nötigen professionellen Vereinsstrukturen unabdingbar seien: "Man braucht ein entsprechendes Umfeld und natürlich auch die Unterstützung aus der Wirtschaft", sagte das Amberger Stadtoberhaupt.

Er hatte sich schon Vorfeld des Stammtisches mit seinem Kollegen Höher aus Weiden über genau dieses Problem unterhalten. "Die wirtschaftliche Identifikation ist noch mehr notwendig, sonst ist die Regionalliga auf Dauer nicht machbar", sagte Cerny, der sich in diesem Bereich eine Verbesserung wünschte. Höher fügte an, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht zuletzt aufgrund der vielen Fernsehübertragungen einiges negativ für den Amateurfußball verändert habe: "Früher, als noch 6000 Zuschauer und mehr zu den Derbys kamen, war die Bayernliga drittklassig. Momentan ist sie nur noch fünftklassig." Heute trage das Fernsehen durch die täglichen Fußball-Übertragungen dazu bei, dass die Zuschauer dem Amateurfußball fernbleiben würden.

Viel Beifall ernteten die beiden Bürgermeister, als sie auf die Frage, wie denn die beiden Städte ihre fußballerischen Aushängeschilder im Falle eines Regionalliga-Aufstieges unterstützen würden. Cerny versprach, weil wegen des Stadions am Schanzl Auflagen zu erwarten seien, den FC Amberg hier zu begleiten - auch wenn einige Forderungen und viel Geld auf die Stadt zukommen würden. Im Zuge der geplanten Fusion zwischen dem TV Amberg, in dem der FC als Fußballabteilung angesiedelt ist, und der SG Siemens, hielt es Cerny auch durchaus denkbar, dass ein Kunstrasenplatz gebaut werden könne. Denn: "Hier haben mich die vergangenen Jahre gelehrt, dass wir in Bayern in Sachen Kunstrasenplätze noch Waisenknaben sind. Aber für ein professionelles Training kommt man, speziell im Aufstiegsfall, nicht um einen Kunstrasenplatz herum", sagte der Oberbürgermeister.

Für die Stadt Weiden sagte Höher, dass er aufgrund der finanziellen Lage einen Kunstrasenplatz im Stadtrat für nicht durchsetzbar halte. Verbrannte Erde nach der Pleite der "alten SpVgg" sehe er aber nicht mehr, denn der jetzige Vorsitzende Kurt Haas betreibe die richtige Politik.

Daher riet er dem SpVgg SV-Vereinschef, sollte die erste Mannschaft den Aufstieg schaffen, diesen auch anzunehmen. "Kurt, steigt's auf", sagte Höher unter Beifall. Und wenn der Verein dann der Stadt ein vernünftiges Konzept vorlege, werde diese die SpVgg SV sicherlich dort unterstützen, wo es möglich sei - auch bei der Stadionmiete.
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