Ladendiebin (41) schrammt an Gefängnis vorbei - Arbeitsdienst bei Schuldnerberatung
Wegen 7,05 Euro vor Gericht

Da es für die mitgeführte Plastiktüte zu schwer werden könnte, packte eine 41-Jährige zwei Flaschen Bier und zwei Päckchen Käse in ihre Handtasche um. An der Kasse habe sie dann vergessen, diese Waren auf das Band zu legen. Diese Version nahmen der Altenstädterin jedoch Staatsanwältin Daniela Kotzbauer und Richter Roland Güll nicht ab, als sie am Dienstag wegen Ladendiebstahls vor Gericht stand. Wegen Schwarzfahrens und zwei Mal wegen Ladendiebstahls war die Frau schon vorbestraft, was ihr Kotzbauer besonders ankreidete. Die Anklagevertreterin zeigte sich überzeugt, dass die Geschiedene die Waren im Wert von 7,05 Euro nicht bezahlen wollte.

Verteidiger Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn dagegen hielt die Einlassung seiner Mandantin für glaubwürdig. Nach dem Rechtsgrundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" müsse man sie daher frei sprechen. Strafrichter Güll verurteilte die Frau zu zwei Monaten auf Bewährung - einen Monat weniger, als die Staatsanwältin gefordert hatte. Er war überzeugt, dass Geldmangel das Motiv gewesen sei. Als Bewährungsauflage muss die Verurteilte 60 Stunden beim Allgemeinen Sozialen Schuldnerberatungsverein Neustadt/WN ableisten.
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