Landesweiter Wettbewerb zu Friedhöfen - Erläuterungen von Stadtgärtnermeister Huber
Ort der Würde, Kultur und Natur

Sowohl Friedhöfe als auch die Bestattungskultur sind schon immer einem Wandel unterworfen. In letzter Zeit ist dieser, aufgrund einer Vielzahl sozialer, kultureller, weltanschaulicher und religiöser Faktoren, stark spürbar. Unabhängig aller Veränderungen muss jedoch sichergestellt bleiben, dass der Friedhof dem menschlichen Bedürfnis "Trauer" Raum gewährt.

Deshalb hat der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege den landesweiten Wettbewerb "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" ausgeschrieben. Bei der Monatsversammlung des Obst- und Gartenbauvereins stellte Stadtgärtnermeister Thomas Huber mit einem Bildervortrag den Wettbewerb vor. "Die über Jahrhunderte entstandene Friedhofskultur ist auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft", sagte Huber. Anhand einer Bilderserie zeigte er den Wandel auf und Beispiele dafür, wie diesem Rechenschaft getragen werden könne. Friedhöfe müssten Räume der Würde, Kultur und Natur bleiben.

Lebensraum für Tiere

Auch auf die Gestaltung einzelner Gräber, deren Grabzeichen und Bepflanzung ging der Stadtgärtnermeister ein. Er zeigte Bilder von Einfriedungen mit Naturstein und heimischen Sträuchern, die auch Lebensraum für speziell angepasste Pflanzen und Tiere seien. Sitzgelegenheiten, Wasser-Schöpfstellen und das Gesamtbild der angelegten Wege seien in einer vorbildlichen Friedhofsanlage ebenso zu beachten wie die Gestaltung mit Bäumen, Sträuchern und Blumen im Inneren.

Der Wettbewerb "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" richte sich an die Träger kommunaler und kirchlicher Friedhöfe, berichtet Obst- und Gartenbau-Kreisvorsitzender Klaus Fischer. Von April bis Juni werde eine Fachkommission die Anlagen besuchen und die Konzeption, die Grünstrukturen, den Umgang mit historischer Substanz und die Gestaltung einzelner Grabstellen bewerten. Schirmherrin ist die Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf. Der Kreisverband Weiden mit seinen 340 Mitgliedern in zwei Obst- und Gartenbauvereinen unterstütze die Aktion, deren Gewinner im Herbst ausgezeichnet werden.

Grabmähler erhalten

Steinmetz und Steinbildhauermeister Thomas Raithel bedauerte, dass alte Grabmähler häufig nach Ablauf der Grablaufzeit vernichtet würden. Er setzt sich für deren Erhalt ein. Mit Unterstützung von Stadtarchivarin Petra Vorsatz habe er historisch wertvolle Grabmähler bereits aufgenommen und katalogisiert.
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