Landsmannschaft der Schlesier gedenkt der Verstorbenen in der Heimat und beklagt Terror in Paris
Anlass zum Warnen und Mahnen

Seit 60 Jahren gedenkt die Landsmannschaft Schlesien am Totensonntag der Verstorbenen in der ehemaligen Heimat. Vorsitzender Lothar Fischer erinnerte auch an die Terroranschläge in Paris. Bild: Dobmeier
Weiden. (rdo) Das Gedenken der Schlesier an ihre Verstorbenen stand unter dem Eindruck der Terroranschläge in Paris. Weil die Gräber in Schlesien beseitigt worden sind, treffen sich die Vertriebenen stets am Totensonntag am Ehrenmal im Stadtfriedhof.

"Der unselige Zweite Weltkrieg hat Millionen Menschen in Elend und Tod gestürzt und uns obendrein heimatlos gemacht", sagte Lothar Fischer. "Doch nun lenken zunehmend neue Ereignisse ab vom Vergangenen und geben erneut Anlass zum Warnen und Mahnen", führte der Vorsitzende der Landmannschaft der Schlesier weiter aus. "Wieder wird Krieg in die Zivilbevölkerung getragen - von fanatischen Terroristen, die sich "Gotteskrieger" nennen, die grausam und unterschiedslos Männer, Frauen und Kinder ermorden." Tägliche Gräueltaten schreckten die Menschen in den westlichen Staaten auf. "Die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation wächst."

Der katholische Pfarrer Gereon Alter aus Essen zitierte einen 38-jährigen Franzosen, dessen 30-jährige Ehefrau beim Überfall auf das Musiktheater ermordet wurde, so dass er nun mit dem 17-monatigem Sohn allein ist. In einem offen Brief wandte er sich an die Terroristen: "Nein, ich werde euch nicht das Geschenk machen, euch zu hassen, auch wenn ihr euch sehr darum bemüht habt. Denn auf euren Hass mit Wut zu reagieren würde bedeuten, mich derselben Ignoranz hinzugeben, der euch zu dem gemacht hat, was ihr seid."
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