Landtagspräsidentin Stamm und Staatsministerin Hummel zeichnen Heribert Stock für sein ...
"Hospiz steht für Lebenshilfe"

Von links: Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Waltraud Koller-Girke, Ilse Stock, Dr. Thomas Binsack, Heribert Stock, Staatsministerin Melanie Huml
"Kein Mensch soll einsam und unter Schmerzen sterben." Das sei das Ziel Hospizarbeit, erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml und zollte hohen Respekt all jenen, die Sterbenden den Übergang vom Leben zum Tod erleichtern. In Weiden und Umgebung steht dafür vor allem ein Name: Heribert Stock. Zusammen mit seiner Ehefrau Ilse begann er bereits vor 20 Jahren, den Hospizgedanken in der Region zu verbreiten und unter dem Dach der Malteser den Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Weiden-Neustadt kontinuierlich auszubauen. Besonders innovativ war seine Initiative für das Hospiz- und Palliativnetzwerk Nordoberpfalz (wir berichteten).

In einer beeindruckenden Feierstunde im "Zentrum Bayern Familie und Soziales" in Bayreuth hat die Staatsministerin nun zusammen mit Hospiz-Stiftungsratsvorsitzendem Dr. Thomas Binsack Stock für sein Lebenswerk als Pionier der Hospizarbeit in der Region mit dem Preis der Bayerischen Stiftung Hospiz ausgezeichnet. Binsack würdigte den "Einsatz der Ehrenamtlichen für ein Leben bis zuletzt". Dr. Norbert Kollmer, Präsident des Zentrums, nannte die Stiftung als eine der ehrenvollsten Aufgaben. Die Arbeit stelle die "Kultur des Sterbens in den Mittelpunkt der Menschlichkeit", würdigte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe für das ehrenamtliche Engagement.

Ein Kurzfilm veranschaulichte die Arbeit von Heribert Stock und seiner Ehefrau Ilse, die einen großen Blumenstrauß erhielt. Sie ist die Koordinatorin, sie weiß, wer am besten wo und bei wem Hilfe leisten kann - und hat selbst mit vielen Menschen das Sterben gelebt: "Wenn beispielsweise am Heiligen Abend jemand Hilfe braucht, kann ich niemanden hinschicken, da geh' ich doch selber." Die Familie hatten örtliche Hospiz-Mitarbeiter, Hans Kaltenecker, ehemaliger geschäftsführender Direktor des Klinikums Weiden, und Waltraud Koller-Girke, Vorsitzende des Fördervereins für Schwerkranke der Kliniken AG Weiden, zur Ehrung begleitet. Groß war die Freude über die gute Nachricht, dass 20 000 Euro in das das Projekt "Hospiz und Schule" für Grundschulklassen fließen werden, das Heribert Stock in Weiden entwickelt und etabliert hat.

Zuneigung bis zuletzt

"Hospiz steht für Lebenshilfe" - so lautete die zentrale Botschaft des Festvortrags von Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Menschen in der Grenzsituation zwischen Leben und Tod zu begleiten - das sei eine große Herausforderung. Früher waren Sterben und Tod eingefügt in das soziale Netz der Familie, während die heutige Einstellung dazu ambivalent sei: Einerseits erlebe man in den Medien Tag für Tag einen "Tod auf Distanz", andererseits hätten Sterben und Tod im Umfeld an Selbstverständlichkeit verloren. Der letzte Weg aber sei gangbar durch Zuneigung und Zuwendung, genauso wie sie Hospiz-Mitarbeiter leisteten. "Ohne Sie wären wir alle um ein gutes Stück Menschlichkeit und Menschenwürde ärmer." Neben Heribert Stock wurde der Hospizverein Würzburg für sein Projekt "Gründung von regionalen Gruppen" ausgezeichnet.
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