Lernen, wo das Wissen lebt

Michael Tschapka, Prof. Dr. Reiner Anselstetter, Prof. Dr. Erich Bauer und Dr. Wolfgang Weber (von links) stellten beim Pressegespräch im WTC den Forschungsbericht 2015 der Ostbayerischen Technischen Hochschule vor. Bild: Götz

"Es ist nicht nur eine Ansammlung von 222 Seiten, sondern vielmehr ein zu Papier gewordener Messestand, der aufzeigt, was an der Hochschule möglich ist." So bezeichnete Prof. Dr. Erich Bauer, Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, am Montag beim Pressegespräch den Forschungsbericht 2015.

Der aktuelle und somit fünfte Forschungsbericht in Folge informiert über die Vielfalt der Projekte an der OTH und bietet einen Einblick in das Kompetenzprofil aller Fakultäten. Von der "kontaktlosen Energie- und Datenübertragung für räumlich verteilte Lasten" über die "automatische Verarbeitung visueller Informationen" und den "Rohstoffbedarf der Energiewende" bis hin zur "Hygiene und Medizintechnik - Patientensicherheit durch technische Hygiene im OP": Insgesamt 29 Projekte finden sich im Forschungsbericht 2015.

Angewandte Forschung

Die angewandte Forschung sei die Grundaufgabe einer Hochschule. Mit dem WTC, Weidener Technologie-Campus, und dem ATC, Amberger Technologie-Campus, sei in diesem Bereich ein wichtiger Schritt getan. "Der Technologietransfer umfasst mittlerweile alle Fakultäten", unterstreicht der Vizepräsident der OTH und wissenschaftliche Leiter des Instituts für Angewandte Forschung, Prof. Dr. Reiner Anselstetter. Der Schwerpunkt liege dabei traditionell auf Energieeffizienz, Automatisierung und Medizintechnik. Anselstetter verweist aber auch auf den Comic im Bericht, der Thema des Forschungsfelds "Methoden der Visualisierung" im Masterstudiengang "Medientechnik und Medienproduktion" war.

Eine Gründung von Außenstellen, wie es sie in vielen anderen Städten gibt, lehnt die OTH laut Forschungsbericht ab. In Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und Klöstern werden den derzeit 3600 Studenten aber Innovative LernOrte (ILO) angeboten. "Lernen und arbeiten an attraktiven Orten der Region - auch außerhalb der Lernveranstaltungen" - wird dadurch möglich. Dies sei auch für die Unternehmen von Vorteil. Denn: "80 Prozent der Absolventen sind später auch in der Hochschulregion tätig", sagt Dr. Wolfgang Weber, Leiter für Hochschulentwicklung und Kommunikation. Aufgrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels sei für viele Unternehmen der qualifizierte Nachwuchs unabkömmlich. "Es ist wichtig, die Kompetenzen der Hochschule weiter nach außen zu tragen und in die Region hineinzuwirken", betont Michael Tschapka, Referent für Forschung, Wissens- und Technologietransfer.

Die OTH ein Erfolgsfaktor

Die Hochschule soll in 20 Jahren in einer Wissens- und Bildungsregion Oberpfalz und in ganz Ostbayern verankert sein, unterstreicht Prof. Dr. Erich Bauer im Vorwort des Forschungsberichts. "Wir wollen ein Nukleus in der Bildungsregion sein, ein Wachstumspol, der nach innen und außen ausstrahlt." Die OTH spiele auch in Zukunft die Rolle des "Erfolgsfaktors" für die Amberger und Weidener Stadtentwicklung.

Ein Unterschied zu den vorausgegangenen Berichten bestehe bei der aktuellen Version darin, dass die Beiträge von jungen Forschungsassistenten stammen, die von eigenen Projekten berichten. Und nicht - wie zuvor - ausschließlich von den Professoren selbst. Der zukünftigen Ausgabe des Forschungsberichts sehe man positiv entgegen und hoffe auf eine steigende Anzahl an Projekten.
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