Leserbriefe "Als Kirchenbesucher verjagt"

Über schlechte Erfahrungen auf dem Annabergfest in Sulzbach-Rosenberg:

Abgehoben, was anderes kann man dazu nicht sagen, haben nach meiner Meinung die Verantwortlichen dieses christlichen und weltlichen Festes. Begründung: Am Dienstag, 21. Juli, suchten meine Frau und ich wegen der Hitze verspätet gegen 20.35 Uhr das Fest auf. Meine Ehefrau, nach zwei Knie-Implantaten noch schwer gehbehindert, und ich setzten uns links am Weg zum Festaltar wegen der Rückenlehne auf eine Bank. Ein Flatterband hing sporadisch weiter weg und trennte die Messebesucher vom Stand des Roten Kreuzes. Die Festmesse war schon circa 20 Minuten aus, und nur noch vereinzelt waren Person im Altarbereich zu sehen.

Meine Frau konnte das letzte steile Stück nicht mit zur Kirche hinaufgehen, und als ich mich dorthin auf den Weg machen wollte, stand ein Security-Mann vor uns und erklärte, dass wir uns in einem Sperrgebiet aufhalten und dieses für den Kirchenchor reserviert wäre. Da ein paar Meter vor uns, also über den Gehweg zur Kapelle, zig Bierbänke für die Messebesucher standen, setzten wir uns ohne große Debatte dort ab und ich ging anschließend wie seit Jahrzehnten üblich in die Kirche hinauf. Dort verweilte ich als Christ zehn Minuten, und als ich hinausging, sah ich meine Frau zu einem nahen Baum gehen, wo sie sich anlehnte. Auf Befragen gab sie an, dass ein weiterer Security-Mann sie aufgefordert habe, diesen Platz zu verlassen. Auf ihre Schwerbehindertenhinweise und dass ihr Mann oben in der Kirche sei, habe er nur gesagt, dass auf Anordnung der Platz frei bleiben müsse und sie die paar Meter, also zu den Bierbuden, hinuntergehen und sich setzen könne.

Als Kirchenbesucher also verjagt usw. Hunderttausende kehren der Kirche den Rücken, auch zum Teil wegen ihrer abgehobenen Verhaltensweisen. Viele andere Gläubige, die nicht nur wegen der profanen Darbietungen auf den Berg gingen, wurden genauso abgefertigt und diskutierten mit den Sicherheitsleuten. Auch wenn Angetrunkene usw. dieses Areal abends aufsuchen, rechtfertigt dies nicht so eine Vorgehensweise. Weiter so, würde ich sagen, und jetzt stehen wieder viele Fragen offen. Ich würde vorschlagen, dass der Klerus wie zum Beispiel in der Schweiz nicht mehr vom Staat unterhalten wird, sondern von der Gemeinde und den Gläubigen, dann würde sich nämlich sofort vieles ändern.

Franz Scheibl, Amberg

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