Letzte und erste Blüten

Ein Hauch von Schnee liegt auf einer letzten Rosenblüte. Auch der Winter hat seine Faszination und muss für den Gartenfreund keine "verlorene Jahreszeit" sein. Bilder: dpa (2)

Winterruhe. Selbst der eifrigste Hobbygärtner zieht sich jetzt ins Haus zurück und genießt die wohlige Wärme. Doch kaum blinzelt die Sonne hervor, lockt ein Besuch im Garten. Das ist auch gut so: Denn ein bisschen was geht immer!

Wer beim Spaziergang durch den winterlichen Garten nicht an Arbeit denkt, kann sich an den letzten Rosenblüten erfreuen. Oder daran, wie einige Sträucher schon jetzt die Blütensaison 2015 einläuten.

"Der Winter setzt in einem Garten dann ein, wenn sich - abgesehen von den Immergrünen und der Jahresschau der wintertypischen Pflanzen - die Gewächse in sich zurückziehen, um die vergänglichen Pflanzenteile der Witterung zu überlassen." Diese Beschreibung stammt aus dem Buch "Der Garten im Winter" von Dr. Claus Schulz (siehe Neuerscheinungen).

Pflanzen zeigen verlässlicher als alles andere, den Beginn und das Ende der Jahreszeit an. "Sie können sich es auch gar nicht erlauben, hierbei größere Fehler zu machen. Gewiss, kleinere Irrtümer korrigiert später die Natur. Aber größere können tödlich enden", so Dr. Schulz, der in Düsseldorf einen Garten hegt, der zu allen Jahreszeiten fasziniert. Herrliche Bilder von Jürgen Becker unterstreichen die Schönheit der Pflanzen in der nur scheinbar "verlorenen Jahreszeit" und animieren dazu, sich im Winter nicht gänzlich von der gärtnerischen Leidenschaft enthalten zu müssen.

Es gibt Stauden, die tragen ihre Samen so stolz wie Blüten. Es gibt aber auch Sträucher, die quasi mit dem ersten Schnee ihre Blüten ansetzen. So ist die Zaubernuss die Attraktion im winterlichen Garten. Schon ab Anfang Januar zieht sie mit ihren fadenartigen, leuchtend gelben bis roten Blütenblättern die Blicke auf sich. Im Sommer und Herbst ähnelt der veredelte Strauch dagegen einer "normalen" Haselnuss, obwohl er botanisch nicht zu ihr gehört.

Auch der Duftschneeball läutet die Gartensaison 2015 ein. Bei milder Witterung öffnet der Strauch bereits im Dezember seine Blüten an den noch kahlen Ästen. Er wird deshalb auch als Winterschneeball bezeichnet (siehe Kasten).

Manche im Herbst versäumten Gartenarbeiten lassen sich jetzt noch gut nachholen. So sollten Obstbaumscheiben mit Mulch bedeckt sein, um die Wurzeln vor Frostschäden zu schützen. Das ist besonders in kalten Wintern mit wenig Schnee wichtig. Die Laubschicht sollte jedoch nicht so hoch sein, dass sie Mäusen einen willkommenen Unterschlupf bietet.

Ein Tipp: Beim Gartenspaziergang auf den Wegen bleiben! Rasen und Beete nehmen bei Schnee, Frost oder Nässe das Begehen übel: Die Grasnarbe hat im Frühjahr "Löcher" und die Erde weist Verdichtungen auf.
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