Leukämie: Wird es die klassische Chemotherapie bald abgelöst?
Bessere Pillen

Neue Tabletten mit weniger Nebenwirkungen ersetzen immer häufiger die Chemotherapie. Dazu referierte Dipl.oec.med. Claudia Niewenhuys (links) bei der Selbsthilfegruppe Lymphome und Leukämie. Rechts vorne SHG-Vorsitzende Pauline Fenzel. Bild: Dobmeier

Wird es die klassische Chemotherapie bald nicht mehr geben? Für die Leukämie-Therapie stehen immer bessere Medikamente zur Verfügung.

"Neue Therapieoptionen bei chronischer Leukämie und verwandte Erkrankungen" stellte Claudia Niewenhuys in der Praxis Dr. Grüner/Hejazi bei der Selbsthilfegruppe "Lymphome, MDS und Leukämien Weiden" vor. Eine chronische Leukämie (CML) geht mit einer starken Vermehrung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut und im blutbildenden Knochenmark einher. Die heutige spezifische Therapie erfolgt nach den Worten der Expertin durch Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs), die erstmals 2001 die Zulassung erhielten. "Heute haben wir mit der dritten Generation der TKIs insgesamt fünf dieser Medikamente in Tablettenform zur Verfügung."

Damit könnten auch Patienten behandelt werden, bei denen Resistenzen auf bestimmte TKIs auftreten. Bei sehr gutem Ansprechen könne bei ca. 40 Prozent der Erkrankten die Therapie unter engmaschigen Kontrollen auch längerfristig ausgesetzt werden. Die Chronisch-Lymphatische Leukämie (CLL) ist ein niedrig-malignes Non-Hodgkin-Lymphom. Krankheitszeichen sind sogenannte B-Symptome (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust), Lymphknotenschwellungen sowie Vergrößerungen von Leber und/oder Milz. Außerdem finden sich oft erhöhte Zahlen weißer Blutkörperchen. Zur Diagnostik gehört auch eine genetische Untersuchung inklusive Molekulargenetik. Die häufigste Veränderung ist mit 40 bis 60 Prozent die "Deletion der Bande 13q14". Sie sei assoziiert mit einem günstigen Krankheitsverlauf.

Laut Referentin erfolgte die Zulassung einer weiteren oralen Therapie, Zydelig in Kombination mit dem Antikörper Rituximab für die CLL. Auch neue Antikörper gegen den B-Zell-Marker CD 20 wie Obinotuzumab und Ofatumumab seien für die Behandlung der CLL zugelassen. Heutzutage könne man mit wenig Medikamenten viel erreichen, hieß es in der Diskussion mit Betroffenen. "Wünschenswert wäre eine schnellere Zulassung von Medikamenten wie in den USA", sagte ein Gast. Aber hier stünden der Zahlungsprozess und der "Zusatznutzennachweis" von EU und Deutschland im Weg.

Die SHG-Treffen finden jeden zweiten Donnerstag im Monat im Michaelszentrum Weiden, Leimbergerstraße 44, statt. Am 22. April fährt die SHG mit dem Bus zur Uniklinik Bayreuth (Thema: "Ernährung bei Krebs"). Sofortige Anmeldung unter 0961/381 00 65.
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