Literarisches Quintett

Über ihre Lieblingsbücher berichteten (von links) Dr. Sema Tasali-Stoll, Andrea Lang, Monika Langner, Margit Kirzinger und Petra Vorsatz beim Vorleseabend in Regionalbibliothek. Bild: hcz

Stadtarchivarin Petra Vorsatz bestieg nicht den "Zauberberg", sondern entschied sich für "Grüne Tomaten". Dagegen befand Bürgermeisterin Margit Kirzinger "Wir müssen über Kevin reden". Und der Leseabend in der "Regi" brachte noch weitere Überraschungen.

"Toll" und "spannend" fand es Regionalbibliotheks-Leiterin Sabine Guhl, wer welches Buch liest. Bei einem Vorleseabend in der "Regi" gaben fünf prominente Frauen preis, was sie zurzeit lesen oder welches ihr Lieblingsbuch ist. Teils "fernab vom Mainstream" seien die vorgestellten Bücher, fand Guhl.

Der Erlös der Veranstaltung kam "Donum Vitae" zugute. Andrea Lang, die ehrenamtliche Geschäftsführerin der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, ging kurz auf die vielfältigen Aufgaben des Vereins ein. "Donum Vitae" werde zwar größtenteils vom Staat finanziert, trotzdem bleibe noch eine gehörige Lücke. Um diese zu schließen, habe sich im November ein Förderverein unter der Leitung von Martina Rauch gegründet.

Die Bewirtung des Vorleseabends war der ersten Auftritt des Fördervereins in der Öffentlichkeit. Dr. Sema Tasali-Stoll las aus der Biografie "Mein Leben" von Marcel Reich-Ranicki. Die Frauenärztin und Stadträtin war kurzfristig für Oberbürgermeister Kurt Seggewiß eingesprungen, der aus Termingründen abgesagt hatte. Reich-Ranicki, "dieser enthusiastische, ein bisschen laute" Mann, habe sie schon zu seinen Lebzeiten beim "Literarischen Quartett" fasziniert.

Überraschendes Ende

Das Buch "Wir müssen über Kevin reden" fand die Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger zurzeit am bemerkenswertesten. Das Werk von Lionel Shriver dreht sich um einen Jungen, der als 16-Jähriger zum Amokläufer wird. Immer wieder stellt sich Kevins Mutter die Frage "Warum?" und gibt sich anfangs die Schuld. Alle Erklärungsversuche scheitern und das Buch habe ein überraschendes Ende, berichtete Kirzinger.

Von ihrer Tochter, deren Bekannter den Herausgeber Moustapha Diallo persönlich kennt, bekam Monika Langner das Buch "Visionäre Afrikas" geschenkt. Darin werden 40 Porträts von Menschen vorgestellt, die zur Entwicklung und Veränderung Afrikas beigetragen haben. Zwischen Thomas Manns "Zauberberg" und "Grüne Tomaten" von Fannie Flag habe sie geschwankt, sagte Stadtarchivarin Petra Vorsatz. Schließlich habe sie sich für letzteres entschieden, da es ein "Mut machendes Buch" sei, das Solidarität unter Frauen und unter Randgruppen behandele. Wie die meisten Menschen habe sie zuerst den Film "Grüne Tomaten" im TV gesehen. "Der Roman hat mir aber noch besser gefallen."

"Donum Vitae"-Geschäftsführerin Andrea Lang las aus dem Roman "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Die Rechtsanwältin, Kreisrätin und zweite Bürgermeisterin von Pleystein berichtete, sie sei "erst skeptisch, dann aber fasziniert" gewesen von der Lebensgeschichte, aber auch der Aktualität des Romans von Jonas Jonasson. Die "Hohlweglauerer" untermalten mit Gitarre, Akkordeon und Euphonium den unterhaltsamen Abend mit zünftigen heimischen Melodien.
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