Luftschlösser und Lügenmärchen
Briefe an die Redaktion

Zum Bericht "Ökologisch, wirtschaftlich, modern" über das geplante Gewerbegebiet West IV erreichte uns folgende kritische Zuschrift einer Leserin.

Dass es ökologisch wäre, 75 Hektar Wald zu vernichten, würde wohl niemand zu behaupten wagen. Ob es wirtschaftlich ist, darf auch bezweifelt werden. Auf Kosten von Umwelt und Steuerzahler wollen die Verantwortlichen der Stadt Weiden im Westen der Stadt ein Industriegebiet bauen, das man vorsichtshalber nicht mehr so nennt.

Bass erstaunt dürften die Naturschützer vor allem über die Unverfrorenheit gewesen sein, dieses Gewerbegebiet als ökologisch zu bezeichnen, wo doch die Stadt Weiden noch über keinerlei Ausgleichsflächen verfügt. Sie werden wohl die "Nicht-Ausführung" der Ausgleichsmaßnahmen kritisch begleiten und Gesetzesverstöße dokumentieren.

Die Frage, ob dieses Gebiet wirtschaftlich sein kann, wurde nicht beantwortet. Wie viel wird die Fläche kosten? Wo sind die Unternehmen, die angeblich 3500 Arbeitsplätze schaffen werden und einen Preis für die Flächen zahlen werden, der aufgrund der hohen Erschließungs-, Grunderwerbs- und Ausgleichskosten weit über den Preisen im Weidener Norden (gut 60 Euro pro Quadratmeter) liegen wird. Die Flächen dort wurden mit einem Festplatz überbaut, wohl weil man sie für diesen Preis nicht losbrachte. Und welches verantwortungsbewusste Unternehmen will auf gerodeten Waldflächen siedeln, um damit den Klimawandel weiter voranzutreiben?

Hochgejubelt wird das Projekt von einem Kommentator, der sich nur einseitig informierte. Beim bevorstehenden Besuch des BN-Vorsitzenden Professor Hubert Weiger werden wir dann die angeblichen "Fichten-Monokulturen" besichtigen - nur gibt es die dort nicht. Vielmehr einen ökologisch wertvollen Kiefernwald mit vielen jungen Laubbäumen und einer erstaunlichen Artenvielfalt.

Sonja SchuhmacherWeiden

Vereine leben faires Verhalten vor

"An Mountainbikern und Hundesbesitzern hat OWV-Vorsitzender Alois Lukas heftige Kritik geäußert", hieß es in dem Artikel "Hunde verjagen Niederwild", erschienen am 17. März. Hierzu äußert sich nun ein Leser.

Sehr geehrter Herr Lukas,

ich könnte auf dem Mountainbike Ihnen am Fischerberg schon begegnet sein, auch mit Stirnlampe in der Dämmerung. Ich kenne viele Mountainbiker in der Region, die sich stets so verhalten, dass sie keine Wanderer im Wald erschrecken oder gar gefährden. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass Fußgänger häufig von rücksichtslosen Rasern im Wald bedrängt werden.

Gerade in Radsportvereinen wird faires und rücksichtsvolles Verhalten bei der Ausübung des Sportes vorgelebt. Grüßen, stehen bleiben, Vorrang gewähren, oft auch ein kurzes freundliches Gespräch mit Wanderern, haben Sie so etwas bei Kontakten mit Mountainbikern wirklich noch nicht erlebt? Mountainbiker sind keine Wilden, es sind Menschen, die genauso wie die Wanderer die Natur lieben, und ihren und oft auch fremden Müll mitnehmen.

Ich kenne fast alle Wege am Fischerberg. Wenn sie zerstört werden, dann sicher nicht von Mountainbikes. Mit Rücksichtnahme, Freundlichkeit und Akzeptanz können sicher alle Wanderer, Läufer und Mountainbiker den Oberpfälzer Wald und im Besonderen den Weidner Fischerberg als Naherholungsgebiet nutzen.

Martin RindlerWeiden

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