Lukas Meister begeistert in Weiden bei "Klein & Kunst" mit seinen "Wanderjahren"
Liedermacher im besten Sinne des Wortes

Liedermacher Lukas Meister verbindet in Weiden wortgewandte Texte mit eingängigen Rhythmen. Bild: Stiegler
Er singt von Liebschaften, geballter Weisheit oder der Frau mit dem gelben Hund. Und das alles erfreulicherweise auch noch in deutscher Sprache. In einer Zeit, in der "Liedermacher" meist zu "Songwritern" werden und englischsprachige Texte produzieren, ist dies eine wohltuende Ausnahme. Lukas Meister ist ein neuer, ein junger Liedermacher im besten Sinne des Wortes und dürfte noch eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben. Was er auf der Bühne im Rahmen der "Klein & Kunst"-Reihe im Untergeschoß der Max-Reger-Halle zum Besten gibt, kann sich auf alle Fälle hören lassen und begeistert zudem das Publikum.

"Es läuft ganz gut"

Leger und unbekümmert steht er auf der Bühne: Jeans, kurzes dunkles Hemd, große Brille, 7-Tages-Bart und ein Käppi auf dem Kopf. Und nicht fehlen darf natürlich die akustische Gitarre, eine - unverkennbar - lieb gewonnene "Freundin" des Musikers. Seine Lieder charakterisiert der junge Freiburger, der in Berlin lebt, auf der Homepage als "Gitarrenpop gegen die Resignation", Vieles davon hat sich auch auf seinem Erstlingsalbum "Wanderjahre" niedergeschlagen, das 2013 erschienen ist. Die zweite Scheibe ist derzeit in Arbeit. Lukas Meister singt in Weiden von Verwirrungen und Irrwegen des Lebens ("Das Leben, das"), von der Liebe ("15 Pferde", "Geballte Weisheit") und der Kraft, die antreibt, immer weiter zu machen ("Weiter", "Es läuft ganz gut"). Dass Meister studierter Germanist ist, klingt oftmals durch: Wortgewandte Texte, die Ironie und Tiefsinnigkeit verbinden, manchmal melancholisch, dann wieder strotzend vor Lebensfreude. Und natürlich nicht zu vergessen die Gitarre, die bei jedem Lied zum Einsatz kommt, sowie als besondere musikalische Raffinesse die Harp. Dabei kommen Lieder mit tollen und eingängigen Rhythmen heraus, die man - ins Englische übertragen - auch einem Bob Dylan oder einem Neil Young zuschreiben könnte.

Keine Angst um Zukunft

Die Interaktion mit dem Publikum ist Meister wichtig, seinen Liedern schickt er meist kurze Erklärungen voraus. Und auch Zwischenrufe nimmt der Liedermacher gerne auf und führt sie weiter. Bei solchem Nachwuchs - diese Bezeichnung kann man mit knapp 30 Jahren wohl noch in den Mund nehmen - braucht einem um die deutschsprachige Liedermacher-Zukunft nicht Angst werden.
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