Mami ist die beste - Mitarbeiterin

Motiviert, flexibel, belastbar. So beschreiben sie die Mütter, die nach der Familienpause mit Hilfe des Projekts "mum@work" wieder zurück in den Beruf streben: (von links) Leonhard Dietrich (Projektleiter), Barbara Procher (Easy-Apotheke), Johanna Völkl (Wohnen am Kreuzberg), Christa Neubauer-Kreutzer (Handwerkskammer) sowie die Projektmitarbeiterinnen Sigrid Stilp und Dagmar Bock. Bild: Hartl

Diese Frauen leiten ein "Kleinunternehmen" mit Vater, Mutter und Kind. Teils 15 Jahre oder noch länger. Sie sind darin erfolgreich - und haben trotzdem bei ihrer Rückkehr in den Beruf kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Denn eine Familie zu managen, kostet Zeit - Berufsauszeit. Hier setzt "mum@work" an.

(mte) "Das Projekt qualifiziert seit 2012 Berufsrückkehrerinnen aus der stillen Reserve weiter", erklärt Projektleiter Leonhard Dietrich von der Volkshochschule. Mit Erfolg. Das zeigt ein Pressegespräch, bei dem beispielsweise Barbara Procher, Inhaberin der Easy-Apotheke, schwärmt: "Wunderbare Mitarbeiter kann man hier finden."

"Sie sind motiviert, arbeiten mit leuchtenden Augen. Sie wollen's einfach nochmal wissen", ergänzt Christa Neubauer-Kreutzer von der Handwerkskammer. "Das Interesse ist ganz anders da. Das findet man heutzutage schwer", weiß Johanna Völkl. Ansonsten säßen der Pflegedienstleiterin im Pleysteiner Altenheim "Wohnen am Kreuzberg" oft Frauen in Vorstellungsgesprächen gegenüber, die auf die Frage nach ihrer Motivation antworten: "Das Arbeitsamt hat mich geschickt."

Den Erfolg von "mum@work" untermauert Projektmitarbeiterin Dagmar Bock mit Zahlen: 32 der 43 Teilnehmerinnen an bislang vier Lehrgängen haben wieder Arbeit oder machen eine Ausbildung. "Damit sind drei Viertel der Teilnehmerinnen untergebracht." Wo? 22 gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. "Auch in Teilzeit. Darauf sind wir sehr stolz." Sieben arbeiten in einem Minijob, "weil momentan nicht mehr bei ihnen geht". An eine Ausbildung wagen sich drei Frauen. Eine versucht sich nach dem Praktikum im Pleysteiner Seniorenheim an einer Ausbildung als Altenpflegerin. Eine fast 50-jährige sechsfache Mutter erlernt den Beruf der Erzieherin. Für eine Teilzeitausbildung als Einzelhandelskauffrau entschied sich die Mutter von zwei kleinen Kindern. "Elf haben den Anschluss noch nicht gefunden. Zum Teil haben sie einfach festgestellt, dass die Rückkehr in den Beruf bei ihnen wegen der familiären Situation noch nicht geht." Deprimiert oder frustriert seien die Mütter deshalb nicht. Im Gegenteil. "Sie wissen nun, wie sie's später angehen müssen."

Das kann der Kurs nämlich neben der fachlichen Qualifikation - hier werden vor allem EDV-Kenntnisse vermittelt - auch: Das Selbstbewusstsein der Frauen stärken, ihnen Mut geben, weiß Projektmitarbeiterin Sigrid Stilp. Nicht zuletzt passiert das während eines Lehrgangs in den Praktika bei den vielen Firmen, die kooperieren. "Ein großes Danke an die Netzwerkpartner", spricht Stilp deshalb abschließend auch aus.
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