Manche treiben's bunt im Beet

Schöner Schuppen - Deko-Tipp im März Ein Geräteschuppen muss nicht nur praktisch - er kann auch schön sein! Bei der Familie Rötzer in Guteneck (Kreis Schwandorf) zieht ein Arrangement von alten Möbeln, Hausrat und Geräten den Blick auf sich. Die Töpfe sind mit Hauswurz bepflanzt. Praktisch: Windschutz für die Kletterpflanzen bringt ein Dachziegel-Turm. Bild: Portner

Violette Möhren, blaue Kartoffeln und weiße Radieschen: Gemüse und knackiges Obst liegen im Trend. Erst recht, wenn die Vitaminbomben frisch aus dem eigenen Garten kommen und sich auch Exoten auf dem Teller finden.

Ein Nutzgarten muss nicht langweilig sein. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie (LWG) in Veitshöchheim verweisen darauf, dass der Genuss schon beim Anbau anfängt: "Das Gemüse beim Wachsen sehen und es beim Heranwachsen begleiten, zu ernten und dann auch noch selbst in der Küche zu verwerten, sind sinnliches Erleben, Wertschätzung der Nahrungsmittel und bewusstes Genießen." Diese Ursprünglichkeit fängt schon beim Saatgut an: Bio-Saatgut ist die Grundlage für den biologischen Anbau. Anbieter gibt es nicht viele (z.B. Bingenheimer, Dreschflegel).

Buntes Gemüse sorgt für Abwechslung in der Küche. Hinter der Färbung verbergen sich sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthozyan (Violett), Lycopin (Rot) und Beta-Carotin (Orange). Beispiel Mangold. Dieser ist nicht nur vielseitig verwendbar, sondern eine Augenweide im Beet und auf dem Teller. Die Saatgutmischung "Rainbow" und die rotstielige Sorte "Feurio" sind fast zu schade zum Essen. Der Schwarzkohl "Nero di Toscana" zaubert Palmenfeeling ins Gemüsebeet. Diese Kohlart ist attraktiv wie eine Zierpflanze und schmeckt nach Brokkoli. Wer Saatkartoffeln setzen will, sollte diese schon im April vortreiben. Die Knollen dazu in eine flache Kiste legen - die Seite mit den meisten Augen nach oben - und an einen hellen Platz stellen. Bei rund 15 Grad Celsius treiben sie bald aus. Vorteile sind eine frühere Ernte und mehr Ertrag.

Wer im Freiland aussät, sollte sich Zeit lassen. Eine Bauernregel besagt: "Säst Du im März zu früh, ist es leicht vergebene Müh." Also einen wirklich warmen Tag abwarten, damit sich die Erde richtig aufheizen kann. Vorher den Boden gut lockern und mit Kompost versorgen. Den Samen in Reihen ausbringen, dünn mit Erde bedecken, leicht andrücken und gleichmäßig feucht halten. Ein Tipp: Sehr kleine Samen (Karotten) kann man für das Aussäen mit Sand mischen. Das erleichtert das Durchdringen der Erde. Wärmeliebende Pflanzen am besten vorziehen (siehe Kasten).

Mehrjährige Artischocken

Einen besonderen Kick bietet der Anbau von Blütengemüse, wie der Artischocke. Hier hat die LWG in Bamberg einen Versuch für eine mehrjährige Kultur gestartet. Aussaat ab Mitte Februar in Saatschalen bei 22 Grad, nach der Keimung kühler stellen (12 Grad) und nach drei Wochen in Töpfe pikieren, ab April abhärten. Die Pflanzung erfolgt Mitte Mai ins Freiland, evtl. mit Vliesabdeckung (Topfkultur hat bessere Überwinterungs-Chancen). Im zweiten Jahr höhere und frühere Erträge. Relativ frosthart (bis minus neun Grad) erwiesen sich die Sorten Madrigal, Symphony, Ametyste und Lancelot.
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