Mandat gewordener Bürgersinn

Regierungspräsident Axel Bartelt (links) überreichte Medaillen und Urkunden an verdiente und zum Teil jahrzehntelange Kommunalpolitiker aus dem Landkreis (vorne, von rechts): Günter Müller, Georg Schmid, Herbert Breitkopf, Werner Cermak und Franz Birkl. Bild: gib

Politik spielt sich nicht nur in Brüssel, Berlin oder München ab, sondern in jedem Rathaus. Regierungspräsident Axel Bartelt siedelt dort die "Eckpfeiler unseres Gemeinwesens" an.

Sie haben oft jahrzehntelang viel Kraft und Zeit für ihre Stadt oder Gemeinde geopfert: Am Mittwoch händigte Regierungspräsident Axel Bartelt in Regensburg die kommunale Verdienstmedaille in Bronze an 20 Oberpfälzer Mandatsträger aus. Eine Besonderheit schickte Bartelt voraus: Da Innenminister Joachim Herrmann die Verleihungsurkunden bereits im April ausgefertigt hatte, bezogen sich alle Laudationes auf die Funktionen der Geehrten in der vergangenen Wahlperiode.

Für sein 24-jähriges Engagement in der Kommunalpolitik wurde Franz Birkl ausgezeichnet. Von 1990 bis 2002 war er Mitglied des Gemeinderats Poppenricht, seit 2002 ist er der dortige Bürgermeister. 1990 wurde Birkl Mitglied des Kreistags Amberg-Sulzbach und ist seit 2008 stellvertretender Landrat.

Als Bürgermeister hat er sich mit dem Ausbau der Schulstraße für mehr Verkehrssicherheit auf dem Schulweg und die Erschließung des familienfreundlichen Neubaugebietes "An der Sonnenseite" eingesetzt. Seit 30 Jahren ist Herbert Breitkopf dem Allgemeinwohl verpflichtet. 1984 wurde er in den Gemeinderat Kümmersbruck gewählt, war 18 Jahre dritter und sechs Jahre zweiter Bürgermeister. "Besonders am Herzen liegt Ihnen Ihr Heimatort Theuern mit dem Kulturschloss", sagte Bartelt und blieb mit Werner Cermak quasi im Gemeinderat von Kümmersbruck.

Auch er gehört diesem Gremium seit 30 Jahren an und nahm ab 2002 zudem ein Mandat im Kreistag wahr. Cermak habe wichtige Projekte wie die Erschließung des Gewerbegebietes Theuern und den Neubau der Kindertagesstätte "Arche Noah" sowie des Kindergartens St. Nikolaus auf den Weg gebracht, hob Bartelt hervor und unterstrich Cermaks "ausgleichende Art". Auch für Günter Müller hat 1984 der kommunalpolitische Einsatz begonnen: Bis Mai 2014 war er ununterbrochen Mitglied des Marktgemeinderats Freihung. "Ihr fundiertes Wissen wird sowohl im Marktgemeinderat als auch von der Bürgerschaft geschätzt und anerkannt", sagte Bartelt. 36 Jahre lang engagierte sich Georg Schmid , bis Mai Bürgermeister von Weigendorf, in der kommunalen Selbstverwaltung. Von 1978 bis 1994 war er Mitglied des Gemeinderats, davon vier Jahre als zweiter Bürgermeister. 1994 übernahm er das Bürgermeisteramt, seit 2008 war er Mitglied des Kreistags Amberg-Sulzbach.

"Die große Politik mag in Brüssel, Berlin oder auch München gemacht werden", sagte der Regierungspräsident. "Das meiste von dem aber, was der Bürger im Alltag tatsächlich erlebt, spielt sich nach wie vor in unseren Städten, Märkten und Gemeinden ab." Die lokalen Mandatsträger müssten jeden Tag Rechenschaft gegenüber den Bürgern, die sie gewählt haben, ablegen - "im Gegensatz zu den in Brüssel agierenden Volksvertretern".

Es sei in erster Linie die Kommunalpolitik, die die Lebensqualität und die politische Befindlichkeit des Einzelnen prägt. Die kommunale Selbstverwaltung bezeichnete Bartelt als "Eckpfeiler unseres Gemeinwesens". Sie erfülle an der Nahtstelle zwischen Bürger und öffentlicher Verwaltung eine bedeutende Funktion, sie ermögliche Entscheidungen mit der Sachkenntnis vor Ort.
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