Mann der Tat für Umweltschutz

Vor knapp drei Jahren seilte er sich mit Gleichgesinnten von einem Balkon ab, brachte ein Transparent an: "Stoppt die heimliche Zerstörung der Buchenwälder!" Dann weigerten sich Ali Daniel Zant und seine 20 Mitstreiter, die Zentrale der Bayerischen Staatsforsten in Regensburg zu verlassen. Die Greenpeace-Aktion machte Schlagzeilen.

"Wir bewegen uns manchmal an der Grenze der Legalität - oder auch jenseits davon", weiß Zant. Bald auch in Weiden? Der 43-Jährige will am 7. März in der Max-Reger-Stadt eine Greenpeace-Gruppe gründen.

Zant selbst gehört der Umweltschutzorganisation seit 2009 an. Für die Regensburger Gruppe mischte er bei verschiedenen Aktionen mit. Beruflich kehrte der gebürtige Tirschenreuther - ein Mitarbeiter des Amtes für ländliche Entwicklung - nun nach 40 Jahren in die alte Heimat zurück. Und damit auch das Greenpeace-Know-how, um einen Neuanfang zu wagen. Vor Jahren hatte sich hier schon einmal eine Gruppe zusammengefunden, doch die Mitglieder verloren schnell das Interesse. Die nächsten Gruppen residieren in Bayreuth, Nürnberg - und eben Regensburg. Die Zentrale in Hamburg sei gerade verstärkt bemüht, weiße Flecken auf der "Greenpeace"-Karte auszumerzen, weiß der Gründer, der in Weiden wohnt.

Beim Treffen im Schützenheim Alpenrose handelt es sich um keine Vereinsgründung, sondern um die Bildung einer Ortsgruppe. Um die einzelnen Themenbereiche kümmern sich "Beauftragte". "Wer welche Position übernehmen könnte, ist noch nicht vorherzusagen", teilt Zant mit. In Regensburg engagierte er sich als Weiterbildungsbeauftragter und Atomkraft-Ansprechpartner.

Was ihm an Greenpeace so gefällt: Anders als beispielsweise der Bund Naturschutz schritten die Aktivisten schnell zur Tat. "Wir gehen in Läden rein, machen Fotos ..." Die Weidener Gruppe könnte speziell das Atomkraftwerk Temelin in den Fokus nehmen, meint Zant. Oder Demos wie in Regensburg initiieren, wo nach Fukushima rund 1000 Menschen gegen Kernkraft auf die Straße gingen. Kein Thema mehr sei wohl das Gewerbegebiet Weiden-West IV - "seit dem Bürgerentscheid ist das ja durch".

Für Stromtrasse

Dafür könnte sich Greenpeace um den umstrittenen Gleichstromtrassen-Neubau kümmern. Aber womöglich anders, als das die kritischen Nordoberpfälzer vermuten würden. "Die Trassen braucht es", betont Zant. "Was die Staatsregierung gerade betreibt, ist Augenwischerei." Wenn die Bagger anrollen - Greenpeace-Aktivisten werden sich ihnen wohl nicht in den Weg legen.
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