Medizinische Klinik I lädt auf ein "Bier danach" ein - Das soll mehr Männer locken
Freibier nach Darmkrebsvorsorge

"Das Bier danach": Die ungewöhnliche Aktion des Klinikums, mit der Patienten für ihre Darmkrebsvorsorge belohnt werden, läuft gut an. Bild: dpa
(ske/mte) Bislang sind es vor allem die Männer, die bei der so wichtigen Darmkrebsvorsorge mit Abwesenheit glänzen. Bislang gab's aber auch kein "Bier danach" zur Belohnung. Mit diesem Freibier will die Medizinische Klinik I ab sofort reihenweise Männer - die Vorsorgeverweigerer schlechthin - zur Untersuchung bewegen.

Seit Anfang des Jahres wird das alkoholfreie Weißbier im Klinikum nach der Darmkrebsvorsorge ausgeschenkt. Angestoßen hat die bayernweite Aktion, die tatsächlich unter dem Namen "Das Bier danach" läuft, 2012 ein Arzt in Kelheim. Und wie reagieren die Patienten 2015 im Weidener Klinikum? "Der erste Herr war sehr überrascht, als ihm die Flasche gereicht wurde", erinnert sich Sonja Pampuch. Frauen reagierten ähnlich. Denn auch sie müssen nicht auf das "Bier danach" verzichten, das übrigens in der Oberpfalz gebraut wird.

Sinn macht das kühle Blonde danach übrigens auch, erklärt die Leitende Oberärztin der Medizinischen Klinik I: "Nach der Untersuchung sollte man etwas Flüssigkeit zu sich nehmen, um schneller wieder ganz fit zu sein", sagt Sonja Pampuch. Normalerweise empfehlen Ärzte für den Flüssigkeitsausgleich Tee oder Apfelschorle. Alkoholfreies Bier enthalte aber gar weniger Kalorien als die Saftschorle.

Insgesamt beurteilt die Leitende Oberärztin die Geschichte als "witzige Aktion", die ursprünglich als gemeinschaftliche Aktion von Klinikum und niedergelassenen Ärzten für ganz Weiden angedacht war. Nur habe keiner der niedergelassenen Ärzte auf die entsprechenden schriftlichen Anfragen des Klinikums reagiert. Sonja Pampuch bedauert das. "Zumal wir als Krankenhaus nicht den ganzen Vorsorgebereich allein abdecken können und wollen."

Apropos Vorsorge: Ab 55 Jahren (bei erblichen Risikofaktoren auch schon früher) ist die Darmspiegelung im zehnjährigen Turnus ein kostenloses Angebot. Dabei wird der Darm mit einer winzigen Kamera erkundet. Werden Polypen als mögliche Vorstufe eines Karzinoms gesichtet, werden diese gleich entfernt. Durch die Untersuchung kann das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, um 90 Prozent gesenkt werden. Darmkrebs ist in Deutschland das zweithäufigste Karzinom. Frühzeitig erkannt, ist er aber gut heilbar.
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