Mega-Ansturm nach dem Fest

Die Kunden sind in Kauflaune. Aber sie kaufen spät. Darum öffnet ein Händler nach Weihnachten früher.

Es ist, wie es sein soll: Media-Markt-Verkaufsleiter Michael Kraus ist schwer zu erreichen. Er steckt am Dienstag in Kundengesprächen. Die Welt von Spielekonsolen, Smartphones und Flachbildfernseher interessiert. "Die Kunden sind in Kauflaune. Wir sind bislang zufrieden. Aber das Weihnachtsgeschäft verschiebt sich durch die Gutscheinkäufe immer mehr nach hinten", erklärt Kraus. Die Folge: Der Media-Markt wappnet sich für den Mega-Ansturm am Samstag, 27. Dezember. Statt wie üblich um 9.30 öffnet das Elektrogeschäft bereits um 8 Uhr.

Auch bei "Electronic Hösl" brummt der Laden kurz vor Weihnachten. "Dabei lief es am ersten verkaufsoffenen Samstag noch verhalten", sagt Chef Alois Hösl. Nun aber freut er sich über reichlich Betrieb. Notebooks, Tablet-PCs und Smartphones werden vermehrt verlangt. Meist von Männern. "Die Damen haben ihre Sachen schon", weiß Hösl. Das starke Geschlecht komme jetzt erst in die Gänge. "Das liegt oft daran, dass die Herren auswärts arbeiten, auf Montage sind und nun Zeit finden", zeigt Hösl Verständnis.

Nur "ganz vorsichtig" will Einzelhandelschef Norbert Turban eine erste Bilanz zum Weihnachtsgeschäft 2014 ziehen: "Es lief in Weiden in etwa auf Vorjahresniveau." Dabei sei die Bekleidungsbranche in diesem bislang warmen Winter natürlich grundsätzlich sehr gebeutelt. "Vor allem die Kollegen, die im schwer winterlichen Bereich Anoraks verkaufen wollen."

"Klar ist unser Geschäft wetterabhängig", sagt Christian Fehr vom gleichnamigen Sportgeschäft. Bislang liege der Umsatz unter dem Vorjahresniveau. "Aber bei uns ist das Geschäft an Weihnachten nicht vorüber. Oft ging unsere Saison erst im Januar los", stellt Fehr entspannt fest und verweist auf den Kälteeinbruch, der für den zweiten Feiertag vorhergesagt wird. "Solange aber keiner friert, kauft er auch keine dicke Ski-Unterwäsche."

Entsprechend beklagt Fehr Umsatzrückgänge zum Beispiel in den Bereichen Langlauf oder Kinder-Ski-Ausrüstung. "Alles, was mit Schnee zu tun, geht schwierig. Dafür sind alle Dinge, die es für Aktivitäten draußen ohne Schnee braucht, der Renner." Laufschuhe oder Walking-Kleidung zum Beispiel. "Wir freuen uns jedenfalls über die vielen aktiven Kunden." Was obendrein gut ankommt, sind Gutscheine: "Das wird jedes Jahr mehr und zeigt auch, wie beliebt ein Geschäft ist."

Apropos beliebt: Ein Verkaufsrenner bei Fehr sind die Fußball-Nationaltrikots mit dem vierten Stern. "Sie sind stark vergriffen." Die Erinnerungen an das Fußball-Märchen in Brasilien aber bleibt. "Immer wenn ich diese Tage rausgucke und den Schnee schmerzlich vermisse, google ich das Götze-Tor, schau es mir an und weiß, das wird schon."
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