Mehr als ein Beruf

Auch für die Hände von Ruth Demleitner (rechts) hat Mila Stojan ein Händchen. Die Massage zählt zu den vielen Aufgaben der Altenpflegerin im BRK-Heim. Bild: Bühner

Mila Stojan liebt ihren Beruf. Einen "Beruf mit Zukunft", wie sie meint. Die Weidenerin ist Altenpflegerin.

(sbü) Wir treffen Altenpflegerin Mila Stojan im ersten Stock des BRK-Alten- und -Pflegeheims. Sie sitzt gerade am Bett bei Ruth Demleitner, 87 Jahre, Mutter von sechs Kindern, die hier ihren Lebensabend verbringt. Handmassage steht heute auf dem Programm. Damals in der Ausbildung hat Mila Stojan diese und viele andere Fertigkeiten gelernt. "Gut, dass ich die Mila habe, sie ist so wertvoll für mich", schwärmt die Seniorin. Mehrmals am Tag hilft "meine Mila" der Frau Demleitner, dass der Alltag im Heim so angenehm wie möglich ist. Die Möbel aus ihrer alten Wohnung würden zwar eine vertraute Umgebung schaffen, aber, so die Bewohnerin, "das Menschliche gibt mir Mila".

Mila Stojan arbeitet seit 2011 im BRK-Heim in Weiden, zuerst während der Ausbildung, jetzt als fertige Altenpflegerin. "Ich habe schon beim ersten Bewerbungsgespräch gespürt, die Mila hat alles, was eine perfekte Altenpflegerin braucht", lobt Heimleiter Ludwig Kreutzer seine Mitarbeiterin. Als alleinerziehende Mutter hatte Mila Stojan es schon bei ihren Kindern gelernt, für andere zu sorgen. Nachdem die Sprösslinge jetzt 13 und 17 Jahre alt sind, will sie jetzt auch für alte Menschen sorgen.

"Altenpflege ist für mich mehr als eine Berufstätigkeit", sagt sie. In der Sorge und in der Verantwortung für die alten Menschen, aber auch in der Gemeinsamkeit mit den Kollegen im Team, "fühle ich mich wohl und geborgen". Mila Stojan ist 1997 aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, hat 11 Jahre in der Gastronomie gearbeitet. "Ich weiß, was ich jetzt an meinem Beruf habe und möchte diesen unbedingt bis zum Rentenalter ausüben."

Schwere Stunden

Ob es denn nicht auch schwere Stunden gebe, fragen wir. "Krankheit und Tod zu erleben, belastet mich schon", räumt sie ein. Aber sie habe auch gelernt abzuschalten - Sport hilft ihr dabei. In der breit angelegten Ausbildung sei sie auf psychische Belastungen vorbereitet worden. Die körperlichen Belastungen in der Pflege seien zu bewältigen: "Schwere Patienten heben wir zu zweit", und "wir haben hier im Heim eine Vielzahl von Aufstehhilfen und sogenannte Lifter als Hilfsmittel".

Die Frühschicht beginnt morgens um 6 Uhr. Zunächst gibt es eine Übergabebesprechung mit den Kollegen der Nachtschicht. Dann erfolgen die Grundpflege und die medizinische Behandlungspflege, alles noch vor dem Frühstück der Heimbewohner. Danach individuelle Therapien, Bastel- oder andere Hobbygruppen bis zum Mittagessen. "Wenn die Bewohner Mittagsruhe haben, arbeiten wir an der umfangreichen Dokumentation aller Pflegeleistungen."

Am Nachmittag sind zahlreiche weitere Programme für die Heimbewohner vorgesehen, auch organisierte Fahrten zum Gottesdienst. Mila Stojan zeigt die für jeden Patienten angelegte Dokumentationsmappe: etwa 50 Einzelübersichten, vom Sturzprotokoll über Blätter zu Schmerzlokalisation und Kontrakturrisiko bis zum Hygieneblatt, alles mit "Handzeichen und Datum versehen". Eine Fachkraft betreut sechs oder sieben Personen. Mit Stolz sagt unsere Gesprächspartnerin beim Abschied: "Ich habe einen Beruf mit Zukunft."
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